Schmuggler bringen das iPhone nach China

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Laut dem Marktforschungsunternehmen Instat kann der chinesische Mobilfunk-Provider China Mobile bereits Hundertausende iPhones in seinem Netz vorweisen, obwohl Apple mit den Verhandlungen um die Vermarktung in China gescheitert ist.

Jedes zehnte verkaufte Apple iPhone in den USA wird entsperrt nach China eingeschleust, da es dort sonst nicht funktionieren würde. Nach Angaben von Instat gibt es inzwischen professionelle iPhone-Schleuser, die die Geräte in Amerika kaufen, entsperren und dann nach China verschiffen.

Bis jetzt haben es rund 400.000 iPhones in das Reich der Mitte geschafft. Die Anzahl der kursierenden iPhones beeindruckt, denn sie macht weltweit 10 Prozent der verkauften iPhones aus. Besonders die Multimedia- und Internet-Funktionen des iPhones sind bei den Chinesen so beliebt. So sind die Chinesen bereit 450 bis 600 Dollar für das begehrte Smartphone auszugeben, obwohl es in den USA nur 400 Dollar kostet.

“Viele Leute hier in China möchten ein iPhone besitzen”, sagte Conlyn Chan, ein 31-jähriger Rechtsanwalt aus Shanghai. “Ich kenne einen Mann, der nur in die USA gereist ist um dort 20 iPhones zu kaufen.” Die Entsperrung und Umstellung auf die chinesische Sprache wird oftmals auch von den iPhone-Verkäufern übernommen und kostet lediglich 25 Dollar.

Momentan gibt es in China noch keine Kooperation zwischen Apple und einem Mobilfunkanbieter, wie etwa in den USA oder in Deutschland. Das bedeutet, dass lediglich iPhones, die für alle Netze frei geschaltet worden sind, das chinesische Funknetz verwenden können. Der letzte Versuch einer Kooperation scheiterte an der von Apple geforderten hohen Umsatzbeteiligung für die Exklusivvermarktung des iPhones vom Mobilfunkanbieter China Mobile. Apple beanspruche 20 bis 30 Prozent der Einnahmen aus Datendiensten mit dem iPhone. Apple muss nun auf diesen iPhone-Graumarkt in China reagieren, ansonsten gehen dem Unternehmen immer mehr Einnahmen verloren.