Scott McNealy maßregelt die TK-Branche

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Scott McNealy, der Mitgründer und ehemalige CEO von IT-Konzern Sun, fürchtet, dass eine ganze Industrie hinter den Erwartungen zurückbleibt, die das Web-Zeitalter an sie stellt. Die Telco-Firmen müssen ihm zufolge aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren. Es genüge nicht, einfach nur online zu sein, rief er ihnen kürzlich zu.

Und es genüge auch nicht, einfach nur Bandbreite bereit zu stellen und auf Profite zu warten. Auch der Aufkauf von Websites mit gutem Zulauf sei der falsche Weg, sagte McNealy auf einer Forschungskonferenz von Sun in den USA.

Er habe allen TK-Firmen, denen er über den Weg lief, gesagt, dass entweder sie selbst ein veritables Ziel im Internet werden. Andernfalls könnte eine solche attraktive Web-Firma durchaus zum TK-Unternehmen mutieren. So genannte ‘Internet Destination Sites’ wie Ebay
oder Google hätten schon damit begonnen. Er führte an, dass der Kauf und die Integration von Skype durch Ebay sowie die kürzliche Entwicklung von Google zur Mobilfunk- und Kabelfirma Beweis genug dafür seien.

Allein die Vorstellung, dass Microsoft Yahoo kaufen und seine Messaging-Services mit den Angeboten der Webfirma verbinden könnte, nährte die Vermutung in ihm, das hier vielleicht bald ein neuer Gigant mit den Telcos konkurrieren werde. Statt sich also von den Internetfirmen zum reinen Versorger für Bandbreite degradieren zu lassen, sollten sie ihre Marktstellung nutzen und genau diese Bandbreite zum kostbaren Gut machen. Dann müssten die Webfirmen mit den Carriern kooperieren – oder zugrunde gehen.

McNealy gab laut den Berichten der US-Presse keine weiteren Gründe für sein Interesse und seine Parteilichkeit für die TK-Branche an. Sicher ist nur, dass er mit Jonathan Schwartz seinen Thronfolger auf dem CEO-Sessel bei Sun fest installiert hat.