CeBIT-Chef: “Messe aus Sicht der Besucher”

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Die CeBIT 2008 sei die erste CeBIT, die nicht aus Sicht der Aussteller, sondern aus Sicht der Besucher organisiert sei. Das sagte Messe-Chef Ernst Raue der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Die Besucher kämen hierher, weil sie Lösungen oder Wettbewerbsvorteile suchen. “Also werden ihnen die Lösungen gebündelt präsentiert.”

Raue konnte keinen Bedeutungsverlust der ITK-Messe erkennen. “Wir haben eine Besetzung, wie sie wohl noch keine Messe hatte. Die Kanzlerin, der französische Staatspräsident, der Präsident der EU-Kommission, Microsoft-Chef Steve Ballmer – klingt das nach Bedeutungsverlust?”

Das neue Konzept habe die Deutsche Messe AG mit dem Branchenverband Bitkom entwickelt. Die Resonanz sei positiv. Allerdings leide die CeBIT derzeit unter dem schwachen Dollar – der die Messe für viele ausländische Aussteller teurer mache.

Zudem hätten sich die Bedürfnisse der Kunden geändert. “Die Messestände sind für manche Firmen nicht mehr so wichtig, dafür gewinnen Tagungen und Kongresse an Bedeutung.” Die CeBIT brauche daher dringend mehr Tagungsräume.

“Unser Tagungszentrum reicht schon lange nicht mehr.” Zwar habe man die Halle 22 als Business-Center eingerichtet – aber auch das sei bereits komplett ausgebucht. “Das ist die neue CeBIT: Die Leute kommen aus der ganzen Welt, um hier zu lernen.”

Ein weiterer Ausbau sei mit “erheblichen Investitionen” verbunden. Darüber müssten die Gesellschafter der Deutsche Messe AG entscheiden – das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover. “Internationale Kunden wollen alles an einem Platz.” Können man das nicht bieten, gingen die Aussteller eventuell zu einer anderen Messe – wie etwa der Mobilfunkmesse in Barcelona.