Balda: Finanzkrise angeblich abgewendet

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Der Bad Oeynhausener Touchscreen-Hersteller Balda konnte die vor wenigen Tagen kolportierte Liquiditätskrise nach eigenen Angaben doch noch abwenden. Das Unternehmen teilte mit, dass die drei im Vorjahr veräußerten Tochtergesellschaften wieder zurückgekauft wurden, was zu geringeren Liquiditätsbelastungen führe.

Zudem würden die Banken die fälligen Kredite vorerst nicht zurückfordern. Balda besitzt nun nach eigenen Angaben alle Geschäftsanteile an den Ende 2007 an KS Plastic Solutions verkauften Unternehmen Balda Solutions Deutschland, Balda Werkezeug- und Vorrichtungsbau sowie Balda Solutions Hungaria.

Anders als die Verhandlungen über eine Überbrückungsfinanzierung durch Banken seien die Gespräche zwischen Balda und anderen potenziellen Geldgebern erfolgreich verlaufen. “Die Verhandlungspartner haben erklärt, diese Liquidität zur Verfügung zu stellen”, hieß es jetzt von Balda. Am 5. März hatte das Unternehmen dagegen noch erklärt, dass die Liquidität nicht für den erforderlichen Verlustausgleich der drei veräußerten Töchter ausreiche.

Balda hatte sich im Rahmen von Abführungsverträgen bereit erklärt, die Verluste der drei Unternehmen für 2007 zu tragen. Dies führte nun zu einem überraschend hohen Verlust für 2007. Zeitgleich mit der Bekanntgabe der Liquiditätsprobleme hatte das Unternehmen die für März angesetzte Bilanzpräsentation sowie den Termin für die Hauptversammlung im Mai auf unbestimmte Zeit verschoben. Gerüchten zufolge sollen Banken zudem bereits die Insolvenz des Unternehmens geprüft haben.

Nach Medienberichten lagen die die Verluste von Balda im Zusammenhang mit den Tochtergesellschaften bei 30 bis 40 Millionen Euro. Ein Unternehmenssprecher wies diese Zahl zurück – die Belastungen seien geringer als 30 Millionen Euro, sagte er.