So begegnet HP der IT-Revolution

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Das Rechenzentrum stand diese Woche im Mittelpunkt von HPs Technology@Work-Veranstaltung in Barcelona. Mit gutem Grund: Die On-Demand-Revolution wird auch diese Keimzelle der IT-Branche erfassen und grundlegend umbauen.

Das Application Service Providing (ASP)-Modell – das bereits zu Zeiten der ersten Internet-Revolution im Gespräch war, sich wegen fehlender Bandbreiten aber damals noch nicht durchsetzen konnte – findet nun mehr und mehr Anhänger. Der Erfolg von salesforce.com und das massenhafte Erscheinen von On-Demand-Angeboten wie von SAP, Siebel/Oracle oder auch Microsoft gesehen, belegen diesen Trend unzweideutig.

Ann Livermore, Chefin von HPs Technology Solutions Group und von Beobachtern als künftiger Konzerboss gehandelt, erklärte im Gespräch mit silicon.de, wie der Konzern darauf zu reagieren gedenkt – und auf was sich Anwender einstellen müssen. “Künftig werden Unternehmen sowohl die Rechenpower – das ist der Grid-Gedanke, der vor etwa drei Jahren beschworen worden ist -, als auch die Anwendungen als Services beziehen. Das ist die Zukunft und wir müssen darauf reagieren”, so Livermore.

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Warum dieser Umschwung? Nun, viele unserer Leser wissen dies aus eigener Erfahrung, die wachsenden Serverfarmen sind kaum mehr zu kontrollieren. Und warum wachsen diese Farmen so fulminant? Weil einerseits die zu verarbeitende Menge an Informationen explosionsartig anwächst – der Informationsrevolution sowie der Sammelwut der Behörden sei Dank. Zum anderen wachsen die Unternehmen selbst, Karl Marx, bekanntlich nicht nur Revolutionär sondern auch Ökonom, hat im “Kapital” den Zusammenhang von fortschreitender Industrialisierung und Monopolisierungsbestrebungen mit der Folge von Unternehmensballungen als Oracle oder Microsoft trefflich dargelegt. Nicht umsonst gibt es deswegen Regulierungsbehörden, um beispielsweise den Zusammenschluss von SAP mit Microsoft zu einem Superkonzern zu verhindern.

Wachsende Unternehmen bedeuten auch immer, dass die IT-Abteilung die neuen Geschäftszweige mit einbinden muss – ständiger Konsolidierungsdruck ist die Folge. Ein auf Dauer hoffnungsloses Unterfangen: Die IT-Abteilung wird in diesem Spiel immer der Hase sein, dem der Zukaufsigel immer eine Nasenlänge voraus ist.

Dies haben natürlich auch die CIOs längst erkannt: Eine von HP in Auftrage gegebene Studie zeigt, dass das Thema “zukunftsfähiges Rechenzentrum” immer mehr in den Fokus von IT- und Unternehmens-Verantwortlichen rückt. Unter den befragten CIOs und CEOs glauben 33 beziehungsweise 39 Prozent, dass ihr Rechenzentrum in zwei bis fünf Jahren die wachsende Nachfrage an Services und Anwendungen nicht mehr bewältigen kann. 47 Prozent der CIOs planen, die Anzahl ihrer Rechenzentren innerhalb der nächsten fünf Jahre zu reduzieren.

Neben Produktivität, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz spielen dabei – in Gesprächen von silicon.de mit CIOs wird dies immer wieder deutlich – auch geringere Management- sowie Unterhaltskosten eine wichtige Rolle.

Kosten, Verwaltungsaufwand, Informationsflut – der Ausweg lautet in jedem Fall: Auslagerung auch geschäftskritischer Anwendungen an Drittanbieter. Hier will HP hier unter dem Schlagwort “Adaptive Infrastructure as a Service” künftig ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Livermore stellte im Gespräch mit silicon.de Einsparungen zwischen 20 und 50 Prozent für Outsourcing-Willige Kunden in Aussicht: “Aber natürlich hängt das immer vom jeweiligen Fall ab”, so die Managerin.