Kostengefälle bei weltweiter Computerkriminalität

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Nicht neu ist, dass der Untergrundhandel mit Cybercrime-Dienstleistungen floriert. Wie im Supermarkt finden sich Lockangebote und Discountpreise für Cyber-Kriminaliltät. Neu hingegen ist jedoch, dass die erzielbaren Einnahmen je nach geographischem Standort der Installation variieren, so der Sicherheitsexperte Message Lab mit Berufung auf eine einschlägige Site.

So bringe beispielsweise die Installation von Spyware auf 1000 Rechnern in Australien 100 Dollar, aber nur 50 Dollar in den USA. Message Lab gibt folgende Preisliste mit Dollarangaben pro Land aus:

  • USA: 50 Dollar
  • UK: 60 Dollar
  • NL: 25 Dollar
  • FR: 25 Dollar
  • PL: 18 Dollar
  • IT: 60 Dollar
  • DE: 25 Dollar
  • ES: 25 Dollar
  • AU: 100 Dollar
  • GR: 25 Dollar
  • Andere: 18 Dollar
  • Asien: 3 Dollar

Der Spionagecode werde zuerst einer Webseite zugeordnet, die eine Phishing-Site, eine gehackte Website, eine Hosting-Website auf einem Web-Server oder sogar eine Botnet-Hosting-Website sein kann. An die ins Visier genommenen Botnet-Computer werden dann Instruktionen versendet, die darauf abzielen, den Code herunterzuladen und auszuführen. Ist die Spyware einmal installiert, erfolgt eine Registrierung für dem “Verkäufer” und der “Affiliate” wird ausbezahlt.

“Die Professionalisierung der Online-Kriminellen ist nichts Neues. Wir haben es bereits seit Jahren mit einer Industrie zu tun, die im Internet kriminelle Dienstleistungen im großen Rahmen anbietet”, erklärte Ralf Benzmüller, Leiter der G Data Security Labs, bereits vor einigen Tagen. Cyber-Kriminelle operierten in Netzwerken, um möglichst viele Facetten der kriminellen Dienstleistungen aus einer Hand anbieten zu können. Kombinationsangebote auf dem Schwarzmarkt sind keine Seltenheit.

Das Spektrum der Dienstleistungen ist dabei breit gefächert. 350 Euro kostet beispielsweise der Versand von 20 Millionen Spam-E-Mails. Für Schnäppchenjäger gibt es ein Starterpaket zum Preis von 140 Euro. Es beinhaltet ein Do-It-Yourself-Tool für den Eigenversand und 5 Millionen E-Mail-Adressen.