So will AMD wieder an die Technologie-Spitze

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Januar war ein unfreundlicher Monat für den Chipspezialisten AMD: Für das vorangegangene Geschäftsjahr musste er einen Nettoverlust von 3,379 Milliarden Dollar (2006: 166 Millionen Dollar) eingestehen, allein im vierten Quartal waren es 1,772 Milliarden Dollar oder 3,06 Dollar pro Aktie Miese. Helfen könnte aktuell die lang angekündigte Auslieferung der Quad-Core-Prozessoren.

Diese wurden, wie oft berichtet, durch einen Fehler im Translation Lookaside Buffer (TLB) zurückgeworfen. “Wir hätten die Chips durchaus wie angekündigt im September vergangenen Jahres inklusive Fehler ausliefern können. Sie produzieren nur in seltenen Fällen Fehler, aber für den sicheren Betrieb ist das zu häufig. Andere Hersteller hätten eben einen Patch nachgeliefert – wir aber wollten ganze Arbeit leisten und einen fehlerfreien Chip anbieten”, erklärte Randy Allen, als Corporate Vice President Server and Workstation Division verantwortlich für die Entwicklung des “Barcelona”-Chips, im Gespräch mit silicon.de.

Im September vergangenen Jahres wurde Barcelona in Barcelona präsentiert:

Fotogalerie: AMD präsentiert Barcelona

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Seit Ende Februar wird Barcelona nun an Channel- und Vertriebspartner ausgegeben. Dies und das zusätzliche Angebot von Dreikern-Phenom-Prozessoren lässt Analysten über Quartalszahlen spekulieren, die über den Erwartungen liegen könnten. Zusätzliche Gerüchte über Entlassungen – es ist von einer “Konsolidierung” der Belegschaft zwischen fünf bis zehn Prozent die Rede – lassen, typisch für die Börse, den Aktienkurs derzeit steigen.

Die Belegschaft von AMD in Dresden hat jedoch wenig zu befürchten: “Barcelona wird in Dresden gefertigt. Die beiden Werke dort liefern immer die allerbesten Ergebnisse, wenn wir die Leistung unserer Fertigungsanlagen weltweit vergleichen. Es mag ein Klischee sein, aber hier bewahrheitet sich, was man über ‘deutsche Ingenieurskunst’ berichtet”, so Allen gegenüber silicon.de.

Insgesamt sieht der Technologiechef AMD auf dem besten Wege. “Mit HP haben wir einen neuen Partner für unsere Chips gefunden”, erklärte er auf der Technology@Work-Veranstaltung von HP in – wie könnte es anders sein – Barcelona. Tatsächlich wird Hewlett-Packard mit dem ProLiant DL785 G5 seinen ersten 8-Sockel-Server mit AMDs Barcelona anbieten. “Sie finden unsere Chips nun in Racks, in Towers und Blades. Jeder große Server-Hersteller setzt auf unsere x86-Technologie. Unser Marktanteil wird weiter wachsen – eigentlich ist er das ja auch in den vergangenen Monaten, obwohl wir den Quad-Core-Chip nicht ausgeliefert haben. Was glauben Sie, was wir nun nach der erfolgten Freigabe erreichen können?”

Allen führte dann aus, was nach Barcelona von AMD zu erwarten ist, und wie das Unternehmen im Kampf mit Intel um die Technologieführerschaft wieder punkten will.