Biometrie: Die Stimme wird zum Ausweis

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Das US-amerikanische FBI investiert Medienberichten zufolge rund eine Milliarde Dollar in eine neue Generation biometrischer Überwachungs- und Management-Systeme. Fingerabdrücke alleine, so die Argumentation, reichen zur sicheren Identifikation von Personen nicht mehr aus. Dabei geht es nicht darum, Daten von mehr Personen zu speichern.

Vielmehr sei geplant, zu bereits erfassten Personen zusätzliche Informationen abzulegen. Abfragen sollten so schneller und sicherer erfolgen, sagte Thomas Bush, beim FBI für Information Services verantwortlich, nach einem Bericht der Computerzeitung. Demnach wird die unter der Federführung des Rüstungs- und Technologiekonzerns Lockheed-Martin entwickelte ‘Next Generation Identification’ (NGI) über viele neue Datenstrukturen und Abfrage-Prozeduren verfügen.

Auch in Deutschland wird an neuen biometrischen Lösungen gearbeitet. Mit einem Dienst namens ‘VoiceIdent’ hat die Deutsche Telekom ein System entwickelt, mit dem sich Nutzer anhand der Stimme authentifizieren können – die Eingabe von Passwörtern wird überflüssig. Die Stimme wird als Datensatz erfasst und dient als Schlüssel für Online-Banking oder Bestellungen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Zuverlässigkeit von VoiceIdent bestätigt und ein Sicherheitszertifikat für den Dienst ausgestellt.

“Der wesentliche Vorteil biometrischer Daten ist der Sicherheitsfaktor: PINs, TANs, Passwörter und sonstige Codes kann ich vergessen, verlegen oder sie können gestohlen werden, die eigene Stimme nicht”, sagt Bernhard Steimel, Sprecher des Kongresses Voice Days 2008. Fremde “Sprachabdrücke”, die versuchen, das System zu überlisten, würden beim Stimmabgleich mit bereits hinterlegten Stimmmustern abgewiesen.

Verglichen mit anderen Authentifizierungsverfahren auf biometrischer Grundlage bietet die Stimmerkennung laut Deutscher Telekom eine große Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Hinzu komme die Anwenderfreundlichkeit: Das Verfahren lasse sich über jedes Telefon nutzen. Auch der Hardware-Aufwand ist nach Ansicht von Bernhard Steimel geringer als bei anderen biometrischen Erfassungssystemen: Finger oder Iris müssten mit speziellen Geräten gescannt werden. Die Stimmerkennungssoftware arbeite dagegen mit den bereits in Computern und Telefonsystemen integrierten Sensoren.