Norwegen zieht Votum bei OOXML zurück

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Bevor ISO das offizielle Ergebnis der Abstimmung über Microsofts OOXML bekannt gibt, wollen nun einige Mitglieder des norwegischen Komitees das ‘Ja’ des Landes auf Eis gelegt haben. Als Grund für den Rückzieher wird eine Untersuchung der internen Abstimmung genannt.

So haben einige Mitglieder des norwegischen Gremiums SN/K185 nun die Internationale Organisation für Standardisierung (ISO) aufgefordert, die Zustimmung des Gremiums für den Microsoft-Standard aufzuheben. Das geht aus einem Schreiben des Vorsitzenden Steve Pepper hervor.

“Ihnen wurde mitgeteilt, dass Norwegen OOXML in der Abstimmung seine Stimme gab”, heißt es in dem Schreiben. “Diese Entscheidung reflektiert jedoch nicht die Ansicht der Mehrheit des norwegischen Komitees. Daher fordere ich, dass die norwegische Entscheidung bis zum Abschluss der Untersuchung aufgehoben wird.”

So hätten über 80 Prozent der Mitglieder gegen die Entscheidung gestimmt, Norwegens Stimme von Nein auf Ja zu ändern. Ein Grund dafür sind die zahlreichen negativen Kommentare zu den rund 6000 Seiten umfassenden Vorschlag Microsofts. Nun wolle das Wirtschaftsministerium die Vorgänge überprüfen. Pepper spricht von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten.

Ins Netz hatte das Schreiben das Komitee-Mitglied und der Besitzer des Unternehmens FreeCode Geir Isene in seinem Blog veröffentlicht.

In einer E-Mail-Mitteilung erklärte Isene, dass nach der Wahl des Gremiums SN/K 185 Mitglieder des norwegischen Standard-Institutes sich in einem Raum zurückgezogen hätten und erst hier abschließend Norwegens Votum festgelegt hätten und damit die Einschätzung eines ganzen Saals voller Experten übergangen hätten.

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