Joggen für die Software-Forschung

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Philippe Fuchs läuft einen ganz extremen Marathon mit Unterstützung modernster 3D-Software: Er ist derzeit unterwegs von Paris nach Peking. Der Ingenieurswissenschaftler vereint mit seinem Lauf, bei dem er jüngst auch Köln und Berlin passierte, Internettechnik, Sport, Wissenschaft und soziales Engagement.

Seit kurzem ist sein Laufprogramm, bei dem wichtige Daten für virtuelle Umgebungen und 3D-Software gewonnen werden sollen, auch im Internet live zu sehen. Auf der Homepage werden außerdem bei jeder Etappe gemessene medizinische Daten gesammelt und nach Tourende Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt. Nicht zuletzt können Interessierte im Internet einen eigenen Avatar anlegen und mitjoggen. Teile der Sponsorengelder und Einnahmen durch Spenden von virtuellen Laufbegleitern kommen der Hilfsorganisation ” Sports without Borders” zugute, einer Organisation, die sportliche Aktivitäten von Jugendlichen in Entwicklungsländern unterstützt.

Philippe Fuchs (57) wird auf dem Rad von seinem Coach Daniel Grassy (60) begleitet. Dritter im Team ist ein Fahrer, der das Wohnmobil mit der technischen Ausrüstung steuert. Auf den rund 10.000 Kilometern von der französischen zur chinesischen Hauptstadt legt der Franzose pro Etappe rund 85 Kilometer zurück und will Peking während der Olympischen Spiele im August erreichen. Dabei durchquert er zwei Kontinente und verschleißt etwa zehn Paar Laufschuhe. Doch nicht nur die Sportausrüstung ist im Gepäck des Begleitfahrzeugs.

Sponsor Dassault Systèmes, ein Anbieter von 3D- und
Product-Lifecycle-Management-Lösungen, hat die Technik für den medizinisch-wissenschaftlichen Teil der Reise dazu gepackt. Diese besteht aus Computer, Satellitenübertragungseinheit, Simulationssoftware und Spezialmessgeräten.

Im Internet sollen Interessierte Gelegenheit haben, sich den aktuellen Standort sowie Bio-Daten des Läufers auf einer digitalen Karte anzusehen. Immer jeweils zu Beginn und am Ende einer Etappe legt Fuchs eigens angefertigte Schuhe an, deren Sohlen und Obermaterial mit etwa 500 Messpunkten versehen sind. Die so erfassten Daten werden täglich per Satellit übermittelt, gesammelt und anschließend gebündelt der Wissenschaft zur Verfügung gestellt.

Aufgezeichnet werden Pulsfrequenz, Geschwindigkeit, Schrittlänge, Schrittfrequenz und Position des Läufers. Vor Beginn der Reise haben Fuchs und Kollegen – Fuchs ist Professor an der Ecole des Mines, einer Fachhochschule für Ingenieure in Paris – mit der Dassault-Software ein dreidimensionales Modell seiner Füße erstellt. Dieses wollen Wissenschaftler des Motion Science Instituts aus Marseille mit den Fuß-Modellen anderer Menschen vergleichen. Die Ergebnisse sollen später zur Entwicklung neuartiger Sportschuhe oder für das Aufsetzen von Strategien zur Vorbeugung von Verletzungen genutzt werden. Fuchs dazu: “Was wir mit unserer Tour-Website und den Avataren haben, ist nur der erste Schritt. In Zukunft wird es virtuelle Trainingsumgebungen geben, in denen sich kranke oder nach Unfällen genesende Menschen auf ihre Reha-Übungen im realen Leben vorbereiten können.”

Auf der Projekt-Webseite sind neben Fuchs´ Laufdaten und Zusatzinformationen auch einige Mitmach-Funktionen enthalten. So können sich Besucher der Internetseite wie gesagt einen Avatar erstellen oder Facebook-Freunde zur Teilnahme an einem Staffellauf einladen. Das frei bestimmbare Startgeld erhält die Hilfsorganisation. Aus den Mitteln sollen die Lebensumstände von Kindern in Lateinamerika, Afrika und Asien durch Sportprogramme verbessert werden, hieß es von Sports Without Borders. Dassault erstellte die aufwändig animierte Site mit der Online-Übertragungsanwendung ‘TVnima’. Diese Software kommt ansonsten häufig für die Erstellung komplexer TV-Nachrichtenprogramme zum Einsatz.

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