Malware und Botnetze explodieren scheinbar ungebremst

EnterpriseProjekteService-ProviderSicherheit

Die russischen Sicherheitsexperten von Kaspersky gehen davon aus, dass sich die vorhandene Schadsoftware im laufenden Jahr verzehnfachen wird. Bereits im vergangenen Jahr 2007 hatte sich die Zahl der Viren, Würmer und Trojaner vervierfacht – doch damit ist offenbar das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

“Laut unserer internen Prognose erwartet uns für das laufende Jahr eine Verzehnfachung der Zahl neuer schädlicher Programme”, sagt Virenanalyst Magnus Kalkuhl. “Die Gesamtzahl der Malware könnte also in diesem Jahr die 20-Millionen-Grenze knacken.”

Dabei steige nicht nur die Quantität sondern auch die Qualität der Schadprogramme. So wurden im vergangenen Jahr allein den Antivirus-Datenbanken von Kaspersky etwa 250.000 neue Bedrohungssignaturen hinzugefügt. Im laufenden Jahr werden noch rund eine Million Signaturen hinzukommen, schätzen die Experten.

Auch die Zahl der so genannten Botnetze und der von ihnen versendeten Spam-Nachrichten scheint nahezu ungehindert zu explodieren. Die Malware-Forscher von SecureWorks listen 11 Top-Botnetze, die insgesamt schätzungsweise eine Million Rechner kontrollieren. Diese seien in der Lage das Internet täglich mit mehr als 100 Milliarden Spam-Nachrichten zu überfluten, sagte SecureWorks-Expert Joe Stewart während der RSA Konferenz in San Francisco.

Einsame Spitze ist nach seinen Worten ein Botnet Namens ‘Srizbi’ – unter Insidern auch bekannt unter den Namen ‘Cbeplay’ und ‘Exchanger’ – das rund 315.000 Bots kontrolliert und pro Tag 60 Milliarden Spam-Mails in die Welt blasen kann. Das Durcheinander bei den Namen der Botnetze ist laut Stewart eine echte Behinderung bei der Arbeit: “Ich beschäftige mich seit langer Zeit mit Botnetzen und es gibt jede Menge Verwirrung darüber, welche Botnetze zu welcher Malware-Familie gehören. Ich versuche ein wenig Licht in die Sache zu bringen, welche Malware zu welchem Botnetz gehört und was dieses jeweils tut.”