Lizenzbetrüger: Bayern und Baden-Württemberg haben die größten

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Die Business Software Alliance (BSA), selbst ernannte Wächterin über die Rechtmäßigkeit des Lizenzeinssatzes, meldete jetzt wieder bedenklich viel Erfolg in Deutschland. Hiesige Firmen haben im Jahr 2007 so viel Schadenersatz für den Einsatz unlizenzierter Software bezahlen müssen, wie nie zuvor: Insgesamt 2,8 Millionen Euro.

2006 waren es noch 1,1 Millionen Euro, die ertappte Lizenzsünder an Schadenersatz oder nachträglichen Lizenzkosten zahlen mussten. Die BSA untersuchte vor allem Firmen aus dem Agentursektor, sowie aus dem Finanz-, Beratungs-, Rechts- und allgemeinen Dienstleistungsgeschäft.

Wie auch in den Jahren davor stammten die meisten Hinweise auf unlizenzierte Software, und damit auch die größte Zahl der Ermittlungsfälle, aus den südlichen Bundesländern, aus Baden-Württemberg und Bayern. Mit 21 Prozent beziehungsweise 20 Prozent verdrängten sie damit das Land Nordrhein-Westfalen mit 17 Prozent vom ersten Rang bei den Fallzahlen. Diese Fallzahlen ergeben sich aus Anzeigen, die von außerhalb oder innerhalb eines Unternehmens an die BSA ergehen. Die BSA führte dieses Programm der Anzeige Anfang des Jahrtausends unter heftigem Protest der Unternehmen ein, die Einführungskampagne war in den Jahren 2001/2002 in aller Munde. Inzwischen sind die Behörden beteiligt.

Die Organisation, die die Interessen der Softwarebranche vehement vertritt, lobte denn auch bei diesem Bericht die deutsche Polizei: Der Erfolg des Ermittlungsprogramms der BSA liegt im immer engagierteren Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaften gegen Raubkopien begründet, teilte die BSA mit. Dazu komme die eigene, detektivische, “kontinuierliche Informationsarbeit”. Sie habe zu noch mehr Hinweisen auf den illegalen Einsatz von Software in deutschen Unternehmen geführt. Herzstück dieser Arbeit ist beispielsweise ein Online-Tool auf der BSA-Homepage, das eine Anzeige sehr vereinfachen soll.

“2007 war in mehrerlei Hinsicht ein Jahr der Superlative für unsere Rechtsarbeit, sowohl national als auch international”, sagte Oliver Wolff-Rojczyk, Rechtsanwalt der BSA. “Wir konnten im Sommer zwei Fälle mit sechs- und siebenstelligen Rekordvolumen abschließen. Die Zahl der Hinweise, die auf der BSA-Homepage abgegeben wird, hat sich dank unserer Aufklärungsarbeit weiter erhöht. Zuguterletzt sind auch Polizei und Staatsanwaltschaften im Bereich Urheberrechtsschutz für Software immer aktiver. Unsere Arbeit bei der Erschaffung eines verlässlichen und sicheren Umfeldes für die Software-Branche hat als Folge dieser Entwicklungen gute Fortschritte gemacht.”

Organisiert in der BSA sind folgende Unternehmen – und nur Fälle, die Software von ihnen betreffen, werden von der BSA verfolgt: Adobe, Apple, Autodesk, Bentley Systems, Microsoft, Monotype Imaging, Symantec, The MathWorks und UGS.

“Der Schutz des Urheberrechts für Software ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass die IT-Branche ihr prognostiziertes Wachstum in vollem Umfang ausnutzen kann”, erklärte Georg Herrnleben, Director Zentral- und Osteuropa der BSA. “Wenn es gelingt, den Anteil raubkopierter PC-Softwareprodukte hierzulande um zehn Prozentpunkte auf 18 Prozent zu senken, würden bis zum Jahr 2011 12.300 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, 6,4 Milliarden Dollar zusätzlicher Umsatz und 1,9 Milliarden Dollar Steuereinnahmen generiert werden.”