Ermittlungen bei Siemens ausgeweitet

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Die mit den internen Ermittlungen betraute amerikanische Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton berichtet von massiven Schmiergeldzahlungen in fast allen untersuchten Bereichen. Nun prüft das Unternehmen, ob gegen ehemalige Vorstände Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können.

Welche Siemens-Manager betroffen sind, teilte der Aufsichtsrat des Konzerns nicht mit. Nachdem nun die abschließenden Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, und das gesamte Ausmaß der kriminellen Machenschaften klar ist, schlägt Siemens einen harten Kurs gegen die Korruptionspraxis im Unternehmen ein.

Debevoise & Plimpton berichtete, dass inzwischen in sechs von ehemals zehn Siemens-Sparten geprüft werde. Dabei seien die Prüfer in “nahezu allen untersuchten Geschäftsbereichen und in zahlreichen Ländern” auf Beweise für Fehlverhalten gestoßen.

Neben den internen Ermittlern ist auch die Staatsanwaltschaft weiter aktiv. Wie der Konzern mitteilte, haben die Behörden ihre Ermittlungen inzwischen ausgedehnt.

Nach Berichten der Süddeutsche Zeitung werde auch geprüft, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Konzernchef Heinrich von Pierer eingeleitet wird. Ein Manager belastet von Pierer mit der Aussage, dass er zweifelhafte Provisionszahlungen für ein großes Projekt in Argentinien begrüßt haben soll. Es soll im Fall des ehemaligen Konzernchefs auch ein weiterer Zeuge gehört worden sein, dessen Aussage jedoch noch nicht vorliegt.

Von Pierer hingegen pocht auf seine Unschuld und weist diese Aussagen zurück. Dem ehemaligen Vorstand und damit auch dem ehemaligen Vorsitzenden von Pierer wird von Seiten der internen Prüfer auch zur Last gelegt, dass der Aufsichtsrat, also das Kontrollgremium des Konzerns, teilweise “unvollständig oder irreführend” informiert worden sei. Dem amtierenden Vorstandschef Peter Löscher sprachen Prüfer und Aufsichtsrat das Vertrauen aus.

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