Bunte Gerüchteküche: Sprint, Nextel und die Telekom

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Der US-Mobilfunkkonzern Sprint Nextel erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Verkauf oder die Ausgliederung seiner Nextel-Sparte. Wie das Wall Street Journal berichtet, versucht die Firma Cyren Call des ehemaligen Nextel-Gründers Morgan O’Brien eine Investorengruppe für den Rückkauf des Konzernteils zusammenzustellen.

Sprint könnte Nextel aber auch in ein eigenständiges Unternehmen ausgliedern. Wie es in dem Bericht weiter heißt, sei mit einer Transaktion aber nicht in Kürze zu rechnen. Zudem kursiert ein weiteres Gerücht in amerikanischen und deutschen Medien. Demnach sei die Telekom dran interessiert Sprint zu kaufen. Ein Sprecher des Bonner Konzerns wollte das nicht kommentieren und auch in der Bundesregierung bleibt man gelassen.

“Das halte ich für ein Gerücht, so wie Anderes auch Gerüchte sind”, hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bereits am Montag am Rande einer Veranstaltung in Berlin gesagt. Totzukriegen ist das Gerücht aber – wie häufig in solchen Fällen – nur schwer.

Tatsächlich wäre eine Übernahme durch die Telekom für Sprint Nextel vermutlich die letzte Chance. Der mit rund 54 Millionen Kunden drittgrößte Mobilfunkanbieter in Amerika steckt seit der Fusion in der Krise. Kunden laufen seit Monaten zu den stärkeren Konkurrenten Verizon und AT&T über. Auch finanziell steht Sprint Nextel mit dem Rücken zur Wand.

Sprint und Nextel hatten sich vor drei Jahren zum drittgrößten Mobilfunkanbieter in Amerika zusammengeschlossen. Das Duo hatte jedoch von Beginn an mit enormen Problemen zu kämpfen. Unterschiedliche Mobilfunkstandards und der harte Wettbewerb auf dem US-Markt machen insbesondere der früheren Nextel zu schaffen. So hat der Anbieter innerhalb von zwei Jahren mehr als drei Millionen Kunden verloren.