AMD kündigt erstmals Zwölf-Kern-Prozessor an

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Der US-amerikanische Chiphersteller AMD hat am 7. Mai 2008 gegenüber US-Journalisten seine Pläne für Prozessoren im Server-Bereich erörtert. Erstmals war dabei die Rede vom Zwölf-Kern-Prozessor ‘Magny Cours’, der 2010 auf den Markt kommen soll. Er wird mit einer Strukturgröße von 45 Nanometern (nm) gefertigt und DDR3-Speicher unterstützen.

Im zweiten Halbjahr dieses Jahres will AMD mit dem Quad-Core ‘Shanghai’ seinen ersten Server-Prozessor in 45-nm-Technologie auf den Markt bringen, der gegenüber AMDs aktuellen ‘Barcelona’-Modellen etwa 20 Prozent Leistungssteigerung in Aussicht stellt.

Damit wird AMDs erster 45-nm-Serverprozessor rund ein Jahr später erscheinen als die ersten ‘Xeon’-Server-Quad-Cores von Intel. “Die Technologie ist im Sinne der Skalierbarkeit ein Vorteil”, betont aber AMD-Sprecher Stephan Schwolow. Bei Shanghai werde es sich um native Quad-Cores handeln, wo tatsächlich alle Rechenkerne direkt miteinander kommunizieren. Im Gegensatz dazu sind Intels Quad-Core-Xeons Prozessoren, bei denen technisch zwei Dual-Cores auf einem Chip zusammengefasst werden.

Im zweiten Halbjahr 2009 soll mit ‘Istanbul’ ein dem Quad-Core ähnlicher nativer Sechs-Kern-Chip folgen, ehe es 2010 zu einem technologischen Umbruch kommt. Die dann folgende Chip-Generation soll unter anderem DDR3-Speicher unterstützen. Neben einem nativen Hexa-Core-Chip mit vier HyperTransport-3-Verbindungen zur Kommunikation der Kerne, Codename ‘Sao Paulo’, soll dann auch ein Zwölf-Kern-Chip erscheinen. Bei dem erstmals enthüllten Magny Cours wird es sich allerdings technologisch um ein Modell handeln, dass zweimal sechs Kerne in Sao-Paolo-Architektur auf einem Chip verbindet.

Dass Intel dem Anschein nach im Mehr-Kern-Rennen voraus ist – ein Hexa-Core-Serverchip etwa wurde im März als ‘Dunnington’ noch für dieses Jahr angekündigt – sieht AMD gelassen. “Es geht darum, wann die Kunden die Technologie benötigen”, meint Schwolow. Damit diese Performance-Steigerungen wirklich ausgenützt werden können, werde die Produkt-Roadmap mit den System-Herstellern abgesprochen. Mit Fujitsu Siemens Computers, Dell, Hewlett-Packard, IBM und Sun würden alle großen Server-Anbieter AMD-Chips nutzen.