Bei 300 Stundenkilometern die E-Mails checken

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Fahrgäste des Hochgeschwindigkeitszuges Thalys können ab sofort mit Hilfe eines neuen Breitbanddienstes unterwegs im Internet surfen. Der neue Service deckt das gesamte Thalys-Streckennetz in Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden ab.

Das neue Breitband-Internet (WiFi) soll bis Ende des Jahres in allen 26 Thalys-Zügen verfügbar sein, teilte Thalys International am Mittwoch in Brüssel mit. Bisher sind es bereits sieben Wagen des Schnellzuges, der die Metropolen Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln untereinander verbindet, welche über den Breitband-Internetanschluss verfügen.

Damit die Thalys-Passagiere während der gesamten Fahrtdauer Zugang zum Internet haben, setzt man auf eine Kombination von zwei Empfangstechniken. Auf freier Strecke sorgt ein Satellitenempfänger für Netzzugang mit Breitbandgeschwindigkeit. Und falls es zu einer Unterbrechung der Internetverbindung kommt springt ersatzweise WiFi oder UMTS ein.

Fotogalerie: Eine Zugfahrt mit WiFi & Co.

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In erster Linie wird für den Internetzugang immer die Satellitenverbindung genutzt. Dabei handelt es sich um eine bidirektionale Breitbandverbindung, die über eine auf dem Dach des Thalys installierte Parabolantenne aufgebaut und aufrecht erhalten wird. Die Antenne wird auf den Satelliten Hispasat ausgerichtet, der 36.000 Kilometer über dem Atlantik kreist. Das andere Ende der Satellitenverbindung kommuniziert mit der Satellitenbasisstation des Unternehmens Hispasat in Arganda in der Nähe von Madrid.

“Das Internet an Bord des Thalys wird genauso reibungslos funktionieren wie der Internetanschluss zu Hause – einen Unterschied wird man nicht merken”, sagte Jean-Michel Dancoisne, CEO von Thalys International.

Beim ersten öffentlichen Test am vergangenen Mittwoch gab es jedoch einige Probleme. Auf der Vorführstrecke von Brüssel nach Paris war die Internetverbindung mehrmals für kurze Zeit unterbrochen. Das Problem konnte erst behoben werden, als Techniker die Anlage neu gestartet hatten. “Der Ausfall wurde vermutlich dadurch verursacht, dass sehr viele Mitreisende auf einmal den Service nutzen wollten”, sagte Paul Broekhuizen, der Sprecher des Betreiber-Konsortiums, das die Firmen Nokia Siemens Networks, 21Net und Telenet gebildet haben.