EU-Projekt nimmt Nutzen von SOA unter die Lupe

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4,86 Millionen Euro investieren die Europäische Union (EU) und acht Forschungspartner aus fünf Ländern in die Entwicklung einer frühzeitigen Qualitätsvorhersage, die feststellen soll, was sich durch den Einsatz serviceorientierter Software (SOA) tatsächlich im Vergleich zu den Altsystemen verbessert. Das Projekt heißt ‘Q-Impress’.

Besonders stolz sind die Partner auf die Zusammenführung von Dienstgütevorhersageverfahren und Wartbarkeitsbewertung im Rahmen des Projekts Q-ImPRESS. So soll die Veränderung messbar werden, die sich durch den SOA-Einsatz ergibt. Es ist das erste Mal, dass der Einsatz von SOA wissenschaftlich untersucht wird.

Das FZI Forschungszentrum Informatik koordiniert das Projekt und arbeite in den Bereichen Qualitätsvorhersage und Struktursanierung mit. Für die wissenschaftliche Koordination verantwortlich zeichnet Ralf Reussner, Direktor im Bereich Software Engineering (SE) am FZI. Die operative Projektleitung zuständig liegt bei Mircea Trifu.

Reussner erklärte: “Serviceorientierte Software bietet das Potenzial für Unternehmen, ihre Geschäftsprozesse deutlich flexibler zu gestalten und schneller an sich ändernde Anforderungen und Marktbedingungen anzupassen. Allerdings sind die Fragen der Softwarequalität bei der Neueinführung nicht gelöst, ebenso wie die systematische Evolution von Altsystemen zu einer SOA noch nicht wirklich verstanden ist. Das Risiko, dass bei der Migration qualitätsrelevante Attribute außer Kontrolle geraten, hebelt die Vorteile der Serviceorientierung unter Umständen aus. Deshalb hinken Anwendungen, deren Funktion und Qualität hoch geschäftskritisch sind – beispielsweise Produktionssteuerungen, Telekommunikationsdienste oder betriebliche Steuerungssoftware – noch stark hinterher. Hier wollen wir mit Q-ImPrESS Sicherheit schaffen und die Migration mit Werkzeugen unterstützen.”

Aus der Industrie beteiligen sich an Q-ImPrESS in Deutschland ABB und Itemis, aus Italien Softeco Sismat und aus Kroatien Ericsson Nikola Tesla. Wissenschaftliche Partner sind neben dem FZI die schwedische Mälardalen University, das italienische Politecnico di Milano und die renommierte tschechische Univerzita Karlova Praha.

Die Projektpartner entwickeln ein Vorhersageverfahren sowie Werkzeuge, mit denen die Auswirkungen der Evolution von Softwaresystemen auf SOA in der Entwurfsphase überprüft und bewertet werden können. Zudem erarbeiten sie Rahmenempfehlungen für die Einführung von SOA-Systemen, setzen Fallbeispiele aus der Industrie an Demonstratoren um, und bauen eine umfassende Informationssammlung zu SOA auf. Vorhersageverfahren, Open-Source-Werkzeuge, Fallbeispiele und Informationen werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die im Projekt erarbeiteten Erkenntnisse, Methoden und Werkzeuge sollen helfen, SOA künftig auch für hoch geschäftskritische Anwendungen einsetzbar zu machen.

Nach Wunsch der EU sollen die Forschungsarbeiten vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) Unterstützung bei der Evolution bieten. Q-Impress wurde im Januar 2008 gestartet und läuft bis Ende 2010.