Toptrend: Business Service Management

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Der Zug ist abgefahren und nicht mehr aufzuhalten; er gewinnt sogar an Fahrt. Fünf Jahre, nachdem BMC mit dem Begriff “Business Service Management” auf den Markt trat und zunächst auf viel Skepsis traf, ist diese Herangehensweise ein zentrales Thema in den Rechenzentren.

Mit der “einfachen” Steuerung der Abläufe zwecks Aufrechterhaltung des Systembetriebs ist es nicht mehr getan. Die Maxime heißt: “Alle Macht den Prozessen zum Wohle des Business!”

Das kommt an, wie einige Beobachtungen zeigen: Alle IT-Anbieter in diesem Markt – und nicht nur die “Big Four” BMC, CA, HP und IBM – reden von Service Management. BMC hat soeben mit 1,763 Milliarden Dollar Umsatz (+ 10 Prozent) und 358 Millionen Dollar Gewinn (+ 45 Prozent) das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte bilanziert. Das Unternehmen hat inzwischen 1,5 Milliarden Dollar Aktiva im Rücken, und zum neuen Jahr stehen schon 88 Millionen Dollar Software-Aufträge in den Büchern. Zur diesjährigen ‘BMC Userworld‘ vom 19. bis 21. Mai in Lissabon erschienen so viele Kunden wie nie zuvor.

Es versteht sich, dass Topmanager des Unternehmens den Event nutzten, dem Publikum die “Message” eindringlich vorzutragen. BMC-Chef Bob Beauchamp präsentierte ein Gleichung: “Je größer die Unternehmens-IT, desto schneller wachsen ihre Probleme.” Beste Zeiten also besonders für die Big Four? Ganz so einfach ist die Lage für IT-Anbieter nicht. Das Terrain, auf dem sie sich bewegen, verändert sich schnell.

Am deutlichsten ist der massive Trend zur Virtualisierung. Was einst als Mittel zur Server-Konsolidierung gegen Überfüllung in den Rechenzentren propagiert wurde, hat ein viel zugkräftigeres Argument gefunden. Die Controller haben die explodierenden Energiekosten als unnötig und Rotstift-würdig entdeckt – woraufhin das Marketing die positiver klingende Parole “Green IT” ausgab. Virtualisierungsfreudige IT-Leiter hatten ein progressives Image – und mancher meinte wohl insgeheim, der Aufwand in der IT, sprich das Personalbudget, ließe sich zusammenstreichen.

Aus Letzterem ist nichts geworden. Der Admin-Aufwand ist gestiegen, weil die virtuellen Maschinen um die Ressourcen rangeln und sich leichter in die Quere kommen als die physikalischen Kisten. Es entstand sogar eine neue IT-Kaste, die der VMware- und Xen-Spezialisten, Herrscher in einem weiteren IT-Silo. Derlei ist allerdings ein Widerspruch zur Maxime von Prozess- und Business-Orientierung.