Machtkampf zwischen Yahoo und Carl Icahn eskaliert

EnterpriseJobsManagementProjekteService-ProviderSoftware-Hersteller

Mit scharfen Worten hat Yahoo die Vorwürfe von Carl Icahn zurückgewiesen, den Übernahmeversuch durch Microsoft sabotiert zu haben. Wörtlich ist von einer “gravierenden Verdrehung der Tatsachen und Manipulation der Fakten” die Rede.

Das Zitat stammt aus einem Brief von Yahoo-Verwaltungsratschef Roy Bostock an Carl Icahn. Dieser hatte dem Internetkonzern zuvor – ebenfalls per Brief – vorgworfen, die Übernahme durch Microsoft mittels eines teuren Programms zur Entschädigung von Mitarbeitern sabotiert zu haben.

“Das ist offenkundig unwahr”, schrieb daraufhin Bostock. “Sie wissen, dass wir uns proaktiv auf Microsoft zubewegt und uns mit ihnen in den vergangenen Wochen mehrmals getroffen haben.”Außerdem unterliege Icahn scheinbar dem Eindruck, dass Microsoft “irgendwie noch an den Verhandlungstisch zurückkehren” werde, um Yahoo zu kaufen. “Microsofts Botschaft an uns und die Märkte war und bleibt, dass sie an einer ganzen Übernahme Yahoos nicht interessiert sind.”

Icahn will die Führungsriege von Yahoo austauschen, um den Weg für Microsoft frei zu machen. Auch Analysten glauben aller Beteuerungen zum Trotz, dass Microsoft möglicherweise doch noch ein neues Angebot für Yahoo unterbreitet. Microsoft hatte nach mehrmonatigen Verhandlungen Anfang Mai seine Kaufofferte von zuletzt 47,5 Milliarden Dollar abrupt zurückgezogen. Yahoo war der Preis immer noch zu niedrig, einigen erzürnten Investoren – allen voran Icahn – erschien er allerdings hoch genug.

Bostock verteidigte in seinem Brief auch das Abfindungsprogramm, dass die Kosten der Übernahme in die Höhe treiben würde. Das Programm ermögliche es, die besten Mitarbeiter trotz der Unsicherheit wegen des Übernahmeversuchs im Unternehmen zu halten. Icahn hatte die Initiative als “Giftpille” bezeichnet.