Fraunhofer-Roboter hilft im Haushalt

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Auf der ‘Automatica’ in München (10. bis 13. Juni) präsentieren Fraunhofer-Forscher mit dem ‘Care-O-bot 3’ erstmals eine neue Generation von Haushaltsrobotern.

Entwickelt wurde der Roboter von Forschern des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Die Wissenschaftler arbeiten schon seit mehr als zehn Jahren an mobilen Service-Robotern. Auf der Automatica stellen die Forscher den Care-O-bot 3 in Halle B3, Stand 339, sowie auf dem Stand der Firma Schunk in Halle A2, Stand 103 vor.

Aber wie erkennt der Roboter, wo die Gegenstände sind? Und wie wird sicher gestellt, dass er mit seinem Arm nicht aus Versehen einen Menschen streift? Um das zu verhindern, ist er mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet. Stereovision-Farbkameras, Laserscanner und eine 3-D-Tiefenbildkamera ermöglichen es dem Care-O-bot 3, seine Umgebung in Echtzeit in 3D zu erfassen. Kommt zum Beispiel ein Mensch in den Radius seines Arms, stoppt er die Bewegung.

Eine weitere Besonderheit des kleinen Helfers: Er kann in jede beliebige Richtung fahren. “Möglich macht das eine omnidirektionale Plattform, mit vier gelenkten und angetriebenen Rädern”, sagte Birgit Graf, die am IPA die Gruppe für Haushalts- und Assistenzroboter leitet. So könne der Roboter sogar enge Stellen in einer Wohnung sicher passieren.

Der neue Care-O-bot ist mit einem hochflexiblen Arm mit sieben Freiheitsgraden sowie mit einer 3-Finger-Hand ausgestattet. Damit kann er Flaschen, Tassen oder ähnliches greifen und Geräte bedienen. Kraftsensoren verhindern zu festes Zugreifen. Arm und Greifer hat die Firma Schunk entwickelt.

An der Vorderseite des Roboters ist ein Tablett angebracht. Darauf kann der Care-O-Bot zum Beispiel die gewünschte Tasse Kaffee transportieren. In das Tablett ist auch ein Touchscreen integriert, über das sich der Gehilfe steuern lässt. “Der Roboter lässt sich aber auch über Sprache dirigieren. Anders als seine Vorgänger kann er sogar Gesten erkennen und darauf reagieren”, so Graf.

In einer Datenbank hat der Roboter eine Vielzahl von Haushaltsgegenständen gespeichert. Er weiß zum Beispiel, wie eine Tasse aussieht und wo er sie in der Küche findet. Er kann aber auch lernen, neue Gegenstände zu erkennen. Der Nutzer gibt dem Roboter die unbekannten Objekte einfach nur in die Hand, damit er sich ein dreidimensionales Bild davon machen kann. Ähnlich erlernt der Care-O-bot 3 auch neue Bewegungsabläufe. Das Abwischen eines Tisches trainiert der Haushalts-Assistent, indem der Benutzer den Gelenkarm führt und die Aufgabe vor macht.

Wie ein Mensch sieht der neue Roboter jedoch nicht aus. “Mit dem neuartigen Design von Care-O-bot 3 haben wir bewusst Abstand zu existierenden, humanoiden Service-Robotern genommen”, sagte Care-O-bot-3-Projektleiter Christopher Parlitz vom IPA. Dank neuer flexibler Materialien und Verbundwerkstoffe sei die Hülle weich und nachgiebig.

“Das ermöglicht leichte Dreh- und Neigebewegungen des Robotertorsos, die sowohl zur Positionierung der Umgebungssensoren als auch zur Unterstützung der Interaktion genutzt werden”, so Parlitz. Entwickelt wurden die robotergerechten Materialien von Bayer MaterialScience.