Frustrierter Admin kapert Netzwerk von San Francisco

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Das neue optische Glasfasernetz von San Francisco befand sich offenbar vorübergehend in den Händen eines Cyber-Geiselnehmers. Der Mann konnte inzwischen dingfest gemacht werden – es handelt sich um einen ehemaligen Angestellten der städtischen Verwaltung.

Der Administrator schaffte es, alle anderen Mitarbeiter und Administratoren vom Netz zu nehmen und so die volle Kontrolle über den digitalen Lebensnerv San Franciscos zu erhalten, berichtet das US-Nachrichtenmagazin Wired. Nach längerer Jagd gelang es den Ermittlern schließlich den Hacker festzunehmen, ihm wird nun der Prozess gemacht. Der 43-jährige hatte fünf Jahre für die Stadt gearbeitet, stand jedoch wegen schlechter Arbeit angeblich kurz vor dem Rausschmiss.

Derweil leidet San Francisco immer noch unter den Nachwirkungen des Angriffs und kann nicht auf sein Netz zugreifen. Das liegt vor allem daran, dass der Cyber-Geiselnehmer immer noch beharrlich schweigt und sein Passwort nicht preisgeben will.

“Dieser Fall ist ein großartiges Beispiel für die Stärke von Attacken und auch die Gefahren, die durch Insiderwissen möglich sind”, so Sicherheitsexperte Adam Shostack. “Insider haben eine unglaubliche Macht.” Das Beispiel zeige auch, welche Gefahren entstehen, wenn man Mitarbeiter entlässt. Er räumte jedoch ein, dass die Zahl solcher Attacken – verglichen mit der Zahl gekündigter Administratoren – sehr gering ist.

Wenn jedoch ehemalige Mitarbeiter “zuschlagen”, gehört das Löschen von Datenbanken zu den beliebtesten “Abschiedsgeschenken”. Das beweisen einige Zwischenfälle in den USA, bei denen sich Insider in den vergangenen Monaten ihr Wissen zu Nutze gemacht haben.

So hat Anfang des Jahres eine ehemalige Mitarbeiterin einer Organspenderorganisation, deren Datenbank gelöscht und so einen Abgleich zwischen Spender und Empfänger unmöglich gemacht. Im Vorjahr gelang es einer entlassenen Angestellten der California Independent System Operator Corporation, in einen Hochsicherheitsraum einzudringen und die Stromzufuhr für die Region zu kappen.