Siemens-Vorstände wussten von schwarzen Kassen

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Der Schmiergeld-Prozess gegen Siemens geht weiter. Nun sind schwere Vorwürfe gegen ehemalige Vorstände des Konzerns laut geworden. Sie sollen über das System der Schmiergelder Bescheid gewusst haben.

Die belastenden Aussagen kommen von Albrecht Schäfer, der bis Sommer 2007 der oberste Korruptions-Beauftragte im Siemens-Konzern war. Demnach hätten verschiedene Vorstände über das System Kenntnisse gehabt.

Schäfer selbst habe Thomas Ganswindt, den ehemaligen Leiter der Com-Sparte, Ex-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger sowie den ehemaligen Personalvorstand Jürgen Radomski über die zweifelhaften Beraterverträge informiert. Das erklärte Schäfer am Donnerstag vor dem dem Landgericht München.

Doch laut dem Korruptionsbekämpfer hätte aber der Vorstand trotz regelmäßiger Berichte nicht auf Eingaben Schäfers reagiert. Unklar sei jedoch, ob der Vorstandschef Heinrich von Pierer durch seine Kollegen informiert worden sei.

Schäfer habe dem Vorstand auch Gegenmaßnahmen vorgeschlagen, wie etwa die Auflösung sämtlicher Beraterverträge und eine Überprüfung der Vorgänge. Für ihn selbst sei aufgrund einer dünnen Personaldecke keine wirksame Kontrolle über die Einhaltung der Gesetzte und Unternehmensrichtlinien möglich gewesen.

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