Veraltete Straßenbeleuchtung verschlingt Millionen

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Auf Städte und Gemeinden kommt in den nächsten Jahren die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung zu. Bei der Frage nach der zukünftigen Lichttechnologie sehen Forscher ab 2012 die Leuchtdiode als beste Wahl an.

Die LED-Lampen gelten derzeit zwar noch als vergleichsweise teuer. Die Summen, die hier investiert werden müssen, würden sich jedoch in Kürze rechnen, so die Forscher. “Die Straßenlampe der Zukunft ist die LED-Lampe. Das Einsparpotenzial ist gigantisch”, sagte Tran Quoc Khanh vom Fachgebiet Lichttechnik der TU Darmstadt. In Deutschland komme derzeit noch eine völlig veraltete Lichttechnik zum Einsatz, so Khanh.

Die Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken macht zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland aus, was den Staat Jahr für Jahr 760 Millionen Euro kostet. Jede dritte deutsche Straßenleuchte sei älter als zwanzig Jahre, berichtete der Forscher. Die eingesetzten Lampen hätten eine niedrige Lichtausbeute, viele enthielten noch Quecksilber. Zudem seien sie wegen ihres hohen Stromverbrauchs und des damit verbundenen CO2-Ausstoßes umweltschädlich.

“Schon mit der heute verfügbaren Technologie könnte Deutschland den CO2-Ausstoß um 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren”, rechnete Khanh vor. Eine jährliche Einsparung von 400 Millionen Euro sei damit möglich. Als mittelfristige Alternative zu den Quecksilberlampen böten sich Natriumhochdrucklampen sowie Halogenmetalldampflampen an. Problematisch sei, dass die Natriumhochdrucklampe ein gelbes Licht abgibt, wodurch Farben schlechter gesehen werden können. Die Halogenmetalldampflampe wiederum sei teuer und habe eine Lebensdauer von lediglich vier Jahren.

Neben den finanziellen Vorteilen sprechen laut Khanh weitere Argumente für die Diodentechnik. “Mit LED-Lampen ist es möglich, das Licht so zu lenken, dass es erstens nur dort hin scheint, wo es gebraucht wird. Zweitens wird damit aber auch eine homogene Ausleuchtung gewährleistet”, sagte Nils Haferkemper, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt. Zudem biete das weiße Licht einen Sicherheitsvorteil, denn Farben seien besser erkennbar. Denkbar seien mit der Diodentechnologie auch intelligente Steuerungen. “LED-Lampen lassen sich stufenlos von null bis 100 Prozent dimmen”, so Haferkemper. Damit könnte man die Beleuchtung beispielsweise an Ampelphasen koppeln und die Helligkeit je nach Bedarf anpassen.

Bislang ist die LED-Technologie allerdings noch nicht weit genug, um mit aktuell verwendeten Lampen mithalten zu können. “Bei der Effizienz kann man LED-Lampen noch nicht mit Natriumhochdrucklampen vergleichen”, sagte Haferkemper. Betrachte man jedoch den Fortschritt in der Halbleitertechnik, so könne man davon ausgehen, dass die gesetzten Anforderungen in etwa vier Jahren erreicht sein werden.