Software sorgt für grüne Welle

Professor Fritz Busch, Ordinarius für Verkehrstechnik an der TU München, präsentierte jetzt die Ergebnisse. In einem von zwei Teilprojekten wurde demnach ein neuer “evolutionärer” Algorithmus zur Optimierung der Ampelsteuerung entwickelt.

Das System wurde im Lauf des Feldversuches an 46 Ampeln im Stadtgebiet Ingolstadt angewendet. Dabei optimierte eine Software online das gesamte Ampelnetzwerk, so dass sich die Haltezeiten der Autos deutlich reduzierten. Die Autofahrer profitieren nach diesen Angaben durch 17 Prozent weniger Stopps, die Umwelt profitierte von 1600 Tonnen weniger Kohlendioixid.

Im zweiten Teilprojekt ging es um den so genannten “informierten Fahrer”. Dazu wurden drei Ampeln mit Kommunikationsmodulen ausgestattet, die den Zeitpunkt der nächsten Grünphase an den Bordcomputer des Automobils sendeten. Über ein Infotainment-System wurde dem Fahrer die Geschwindigkeit übermittelt, mit der er fahren sollte, um die Kreuzung ohne Stopp zu überqueren.

“Das Optimierungsverfahren GALOP, das im Rahmen des Projektes entwickelt wurde, hat die Fahrzeiten und ampelbedingten Stopps deutlich reduziert und zugleich die verkehrsbedingten Schadstoffbelastungen verringert”, sagte Busch.

Nun sollen weitere Projekte folgen. Das Forschungsfeld in Ingolstadt wird auf weitere 20 Automobile und 50 Ampelanlagen ausgeweitet. Zudem sollen die Verkehrsteilnehmer besser mit aktuellen Verkehrsinformationen versorgt werden.

Neben dem Lehrstuhl für Verkehrstechnik waren Audi, das Amt für Verkehrsmanagement und Geoinformation der Stadt Ingolstadt sowie GEVAS Software beteiligt. Das Projekt Travolution wurde zudem vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert.

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