US-Börsenaufsicht ermittelt in München gegen Siemens

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Die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) will in München eine Untersuchung in der Siemens-Schmiergeldaffäre beginnen. Zusammen mit der deutschen Staatsanwaltschaft sollen dazu Zeugen vernommen werden.

Noch im August will die SEC zwei Beamte in die Isar-Metropole schicken, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die Befragung von aktiven und ehemaligen Mitarbeitern soll in der Zentrale des Konzerns statt finden. Derzeit liegen weder von Siemens noch von der Staatsanwaltschaft Kommentare zu diesen Berichten vor. Quellen nennt die Süddeutsche Zeitung für ihre Informationen nicht.

Vorschriftsgemäß gibt es zum laufenden Ermittlungsverfahren auch von der SEC derzeit keine Auskünfte über die Untersuchung in Bayern. Nachdem Siemens seit 2001 auch an der New Yorker Börse gehandelt wird, unterliegt der Konzern den Regularien der amerikanischen Börsenaufsicht.

Diese hatte sich nach dem Bekanntwerden des Bestechungsskandals mit dem Fall beschäftigt. Allerdings ist derzeit noch nicht einmal klar, ob die Behörde offiziell gegen Siemens ermittelt.

Siemens hatte 2006 die US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton mit internen Ermittlungen betraut. Derzeit arbeite die Kanzlei an einem Abschlussbericht, der im Herbst neben der Münchener Staatsanwaltschaft auch der SEC sowie dem US-Justizministerium vorgelegt werden soll.

Durch diese interne Revision wollte die Konzernleitung ursprünglich verhindern, dass die SEC eigene Ermittlungen in der Konzernzentrale beginnt. Die SEC werde ständig über den Stand der Ermittlungen von Debevoise & Plimpton unterrichtet. Anwälte der beklagten Siemens-Mitarbeiter kritisieren die Untersuchungen scharf.

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