Riesensauerei mit Elektroschrott

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Vor allem die Ärmsten der Armen leiden unter den negativen Folgen von illegal exportiertem Elektroschrott. Jetzt hat die Umweltschutzorganisation Greepeace einen weiteren erschreckenden Bericht über die Zustände in Ghana vorgelegt.

Giftige Rauchwolken wabern über einen Schrottplatz. In den Dämpfen suchen Kinder und Jugendliche nach verwertbaren Metallteilen aus Elektrogeräten, die Tausende Kilometer weiter nördlich offenbar nicht fachgerecht entsorgt wurden. Der Rauch stammt aus Feuern, in denen Kabel verbrannt werden. Die jungen Arbeiter auf der Müllhalde in Ghana wollen die Plastikisolation abbrennen, um an verwertbares Kupfer zu gelangen.

Die nicht mehr verwertbaren Reste bleiben einfach an Ort und Stelle zurück oder werden verbrannt. Zwar können sich die Müllsammler mit den gewonnen Rohstoffen einen Lebensunterhalt verdienen, doch sind die gesundheitlichen Risiken für die Arbeiter und Anwohner solcher Müllkippen katastrophal, wie Greenpeace-Spezialisten mit Proben belegen.

“Die stetig wachsende Nachfrage nach dem neuesten Handy, Flachbild-Fernseher oder superschnellen Computer führt zu einer steigenden Zahl von elektronischen Altgeräten, die sehr häufig mit gefährlichen Chemikalien wie Blei, Quecksilber und bromierten Flammschutzmitteln belastet sind. Statt diese Geräte einem sicheren Recycling zuzuführen werden große Mengen an Elektroschrott in Entwicklungsländern ‘entsorgt'”, heißt es in einem Report von Greenpeace dazu.

Und solche Müllhalden gibt es nicht nur in Ghana. Auch in Nigeria, Indien oder China werden die günstig entsorgten Geräte abgeladen. Und die brauchen um Nachschub nicht zu bangen. Der kommt aus Nordamerika und Europa. Selbst aus deutschen Häfen laufen regelmäßig Containerschiffe voll beladen mit Elektroschrott aus. Wie silicon.de aus Kreisen von Umweltschützern erfahren konnte, werden schrottreife Geräte zum Teil falsch deklariert und können so auch den Zoll ungehindert passieren.

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