“Polymerelektronik schafft neue Jobs”

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In der Polymerelektronik werden leitende, halbleitende und nichtleitende Kunststoffe kombiniert, um elektronische Bauteile wie Datenspeicher und Drucksensoren zu produzieren. Andreas Ehrle, Geschäftsführer des Chemnitzer Spezialisten printed systems über Pro und Contra der Polymerelektronik.

silicon.de: Herr Ehrle, Sie haben Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe studiert. Wie sind Sie denn nach Chemnitz und zu printed systems gekommen?

Andreas Ehrle: An der TU Chemnitz gibt es einen Lehrstuhl für Unternehmensgründung, der ein Projekt zur Gründerförderung leitet. Von 2002 bis 2004 habe ich an diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt mitgearbeitet und mehr als 70 Unternehmen bei der Gründung unterstützt.

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silicon.de: printed systems stellt Polymerelektronik her. Was ist darunter zu verstehen?

Andreas Ehrle: Bestimmte Kunststoffe aus mehreren aneinander geketteten Molekülen – so genannte Polymere – können elektrischen Strom leiten. Diese Eigenschaften waren bisher nur von Metallen bekannt. In der Polymerelektronik werden durch Kombination leitender, halbleitender und nichtleitender Kunststoffe elektronische Bauteile wie Datenspeicher und Drucksensoren produziert. Diese Strukturen lassen sich wie herkömmliche Druckfarbe auf verschiedenste Trägermaterialien wie Folie oder Papier drucken, wodurch die Herstellung von Elektronikprodukten revolutioniert wird.

silicon.de: Was macht die Polymerelektronik denn so interessant?

Andreas Ehrle: Die Polymerelektronik lässt sich im Massendruckverfahren herstellen und ist damit extrem kostengünstig. Die Produktivität liegt um den Faktor 10.000 bis 100.000 höher als bei bekannten Produktions- und Strukturierungsverfahren in der Siliziumelektronik. Außerdem ist der Kunststoff ungiftig und somit umweltfreundlich, wodurch die Produkte im normalen Papiermüll entsorgt werden können. Die Funktionsschicht ist mit nur 2 μm so dünn wie jede andere Druckfarbe und lässt sich so auch zwischen zwei Papierlagen verstecken oder mit einer weiteren Druckschicht bedecken. Dadurch sind die elektronischen Schaltungen geschützt und kopiersicher.