ADAC lebt das papierlose Büro

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Die ADAC Luftrettung hat die Idee vom papierlosen Büro zumindest teilweise umgesetzt. Sie nimmt die Patientendaten am Unfallort mit digitalem Stift und sogar digitalem Papier auf. Das spart viel Zeit und schafft nahtlosere Prozesse.

Die zügige Dokumentation macht die Rettungskräfte auch schneller frei für den nächsten Einsatz. Denn bei jedem Ereignis müssen die Notärzte viel Schreibarbeit leisten, damit der Patient auch später im Krankenhaus richtig versorgt werden kann. Dazu gehört Ort, Zeit und Daten des Patienten einschließlich seiner Vitalparameter, seiner Lebenszeichen und medizinischen Werte. Mit diesen Informationen wird auch die Verwaltung abgewickelt und die Abrechnung mit Krankenkassen und Versicherungen gesichert.

Die ADAC Luftrettung suchte einen Weg, die extrem zeitaufwändige manuelle Dokumentation zu modernisieren. Sie setzt jetzt – nach einer längeren Prüfungsphase mit verschiedenen PDA-basierten Lösungen – auf eine papierlose mobile Lösung. Sie stammt von der Firma Diagramm Halbach, die ein System des schwedischen Unternehmens Anoto für den ADAC angepasst hat. Das Ergebnis ist das digitale Notarzteinsatzprotokoll ‘dotforms rescue’, in dem alle Informationen mit einem digitalen Stift auf einem speziell gerasterten Papier eingetragen werden. Die volle Integration der neuen Dokumentationstechnologie in die IT-Landschaft der Organisation ist ein weiterer Pluspunkt, teilte die ADAC Luftrettung mit.

Die Technologie ermöglicht die digitale Erfassung der handschriftlichen Informationen noch während des Schreibens. Der digitale Stift ist dafür mit einer Kamera ausgestattet, die die Schreibbewegungen anhand des Punktrasters auf dem digitalen Protokoll erkennt und in digitale Informationen umwandelt. Eine Spezialanfertigung war die Möglichkeit, grafische Informationen aus den Bereichen Maßnahmen, Verlauf (etwa die Vitalparameter des Patienten in einem Diagramm) und Medikamente auszulesen und digital auswertbar zu machen. Dafür sorgt spezielle Verifikationssoftware, die neben der integrierten Handschrifterkennung das medizinische Qualitätsmanagement gewährleistet.

“Nach einer kurzen Schulung wurde die Lösung vom Rettungspersonal schnell akzeptiert”, sagte Marcus Beckmann von der ADAC Luftrettung. “Die gewohnte Arbeitsweise mit Papier und Stift konnte beibehalten werden und eine Änderung der Arbeitsabläufe war nicht notwendig. Auch in allen technischen Anforderungen konnte die Lösung von Diagramm Halbach nach einer mehrmonatigen Testphase überzeugen und wird jetzt sukzessive an allen 33 Hubschrauberstandorten eingeführt.” Die Luftrettung greift in Deutschland überall dort, wo medizinische Hilfe auf dem Landweg zu langsam ist. Es gibt dazu ein dichtes Netz von 53 Rettungshubschraubern. Allein 45 davon betreibt die ADAC Luftrettung, die circa 40.000 Mal pro Jahr zu Hilfeeinsätzen starten.