Siemens: Weniger Schadensersatz für Ex-Manager

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Ein Gutachten legt der neuen Siemens-Führung nahe, bei den Schadenersatzansprüchen gegen ehemalige Vorstände Kompromissbereitschaft zu zeigen. In verschiedenen Affären fordert der Konzern offenbar von elf ehemaligen Angestellten Wiedergutmachungen.

Hengeler Müller, eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei hat in einem “streng vertraulichen” Rechtsgutachten, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, der Siemens-Leitung empfohlen, die Forderungen nicht im vollen Umfang geltend zu machen.

Die Düsseldorfer Anwälte sehen in dem aufgeweichten Kurs gegenüber den ehemaligen Topmanagern einen “politischen Vorteil”. Denn den ehemaligen Vorständen werde so signalisiert, dass die Forderungen nur in Höhe eines bestimmten Betrags in Anspruch genommen werden sollten. Dieser Betrag, so zitiert die SZ aus dem Gutachten weiter, solle sich an der “Leistungsfähigkeit” der Manager orientieren. Mit Leistungsfähigkeit meinen die Anwälte das jeweilige persönliche Vermögen der abgesetzten Siemens-Manager.

Die Autoren des Gutachtens bei Hegeler Müller glauben, dass durch diese Kompromissbereitschaft sich die Affäre schneller aus Welt schaffen ließe. Würde der Konzern in vollen Umfang von den ehemaligen Mitarbeitern wegen der finanziellen Schäden durch die Verfehlungen im Schmiergeldskandal und bei anderen Verwicklungen Schadenersatz fordern, könnten sich die juristischen Anfechtungen über Jahre hinziehen. Eine “Teilklage” könnte diese zu befürchtenden Prozesse jedoch deutlich abkürzen.

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