Interview mit dem SAP-Deutschland-Chef: “Hire and fire ist keine Personalpolitik”

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Für Volker Merk, Geschäftsführer SAP Deutschland AG, findet der Fachkräftemangel woanders statt. Der Bedarf an IT-Fachkräften in Deutschland hat nur zu einem geringen Teil Auswirkungen auf den deutschen Softwarekonzern. Das liegt an einer nachhaltigen Strategie bei Human Resources. Merk im Interview mit silicon.de.

silicon.de: Gibt es für die SAP – intern und extern – einen spürbaren Fachkräftemangel?

Volker Merk: Wir müssen unterscheiden zwischen SAP-Mitarbeitern und SAP-Beratern, die bei unseren Partnern und Kunden arbeiten. Aufgrund der wachsenden Anforderungen und der Marktdurchdringung von SAP-Lösungen steigt der Bedarf an IT-Beratern mit SAP-Qualifikation weiter. Wir arbeiten aktiv mit unseren Partnern zusammen, um diesem Bedarf gerecht zu werden. So konnten wir in 2008 durch Zertifizierungs- und Schulungsprogramme, sowie gemeinsame Personalmarketing- und Talentgewinnungsaktionen über 7000 SAP-Experten in und für Deutschland im Ecosystem ausbilden.

Die Zahl der Personen aus unserem SAP-Ecosystem, welche sich erstmals bei SAP in Deutschland zertifiziert haben, ist im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zirka 49 Prozent gestiegen. Zusätzlich hat SAP seine Marketing-Aktivitäten ausgebaut, Ausbildungs- und Entwicklungsangebote erweitert, weitere Märkte in das ‘SAP University Alliances Program’ aufgenommen und Trainings-Programme aufgestockt. Des Weiteren werden wir verstärkt die Ressourcengewinnung auch für den Industrieexpertenbereich vorantreiben.

SAP selbst hat derzeit noch keine Probleme, qualifizierte Nachwuchskräfte zu finden. Das liegt an unserer Reputation als Arbeitgeber. In Deutschland wurde SAP 2008 zum vierten Mal als bester Arbeitgeber ausgezeichnet, hinzu kommen aktuelle Auszeichnungen in Europa, China, Indien, Japan und Mexiko. Das schlägt sich in der Qualität und Quantität der Bewerbungen nieder.