szmtag
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Ein Datenschutzgipfel steht der Republik also ins Haus. Wolfgang Schäuble hat diese Woche dazu eingeladen. Anlass ist die CD mit 17.000 Kontonummern, die der ehemalige Call Center Agent Detlef Tiegel der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zugespielt hat.

Bereits im Vorfeld des Gipfels sind starke Worte zum Thema gefallen. “Dass da ohne das Wissen von Personen mit Daten gehandelt wird, und dass für Minipreise Hunderttausende, wenn nicht Millionen Datensätze verkauft werden, das geht so nicht”, zitiert etwa der Standard den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck.

Man ist ja geneigt, dem Armen einiges nachzusehen. Er hat’s schließlich schwer einerseits mit der rot-roten Ypsilanti und andererseits mit dem farblosen Steinmeier. Aber dass sein von Kummer getriebener Realitätsverlust schon so weit hat fortschreiten können, erschüttert dann doch ein wenig.

Natürlich geht das so, und zwar schon seit Jahren. Eine florierende Branche ist entstanden. Nach Schätzungen des Chaos Computer Club verdienen 1300 Firmen hierzulande mit dem Datenhandel ihr Geld und die meisten davon ohne irgendwelches “Wissen von Personen”, jedenfalls ohne das derjenigen, deren Daten gehandelt werden. Die sind sich dessen in aller Regel nicht bewusst. Beck allerdings sollte das schon wissen.

Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber wiederum erklärte am Montag gegenüber der Agentur Reuters: “Die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass mit ihren Daten kein Missbrauch getrieben wird.”

Und auch da drängen sich Fragen über Fragen auf: Macht Hubers Helma etwa nicht, was ihr Mann sagt, und hat deshalb aus Vorsicht noch nie an einem Preisausschreiben teilgenommen? Wenn doch, würde zumindest sie wissen, dass man sich nicht auf alles verlassen darf, wovon ihr Gatte sagt, dass man es können muss.

Oder haben Beck und Huber das vielleicht ganz anders gemeint? Also mehr mit Blick auf die anstehenden Wahlen als hinsichtlich der Wirklichkeit in der Bundesrepublik Deutschland.

Achim Killer

ist freier Autor. Er arbeitet für die ARD, den Deutschlandfunk und für verschiedene IT-Publikationen. Sammlungen seiner silicon.de-Wochenrückblicke sind im Verlag BoD, Norderstedt erschienen.

Mehr zum Thema

Neuester Kommentar




0 Kommentare zu Q&A zum Datenschutz

Einen Kommentar hinterlassen

  • Erforderliche Felder sind markiert *,
    Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
ANZEIGE