Filmstudios planen einheitliches Kopierschutzmodell

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Gemeinsam mit vielen Online-Händlern arbeitet die Mehrheit der großen Filmstudios bereits seit einiger Zeit an der Umsetzung eines neuen Kopierschutzstandards. Über die sogenannte “Open Market”-Initiative sind bislang allerdings nur wenige Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen.

Wie Michael Arrington aktuell auf seinem bekannten Technik-Weblog TechCrunch berichtet, geht es dabei um die Entwicklung einer einheitlich nutzbaren Lösung für die Lizenzvergabe von Filmen, die künftig die Interoperabilität unter den heute gängigen, verschiedenen Digital-Rights-Management-Modellen (DRM) ermöglichen soll.

Dem Bericht zufolge versuchen die Filmstudios, allen voran Sony Pictures, auf diese Weise der zunehmenden Zersplitterung des digitalen Marktes durch viele unterschiedliche Lizenzierungsstandards entgegenzuwirken. Man wolle auf keinen Fall das Schicksal der Musikindustrie teilen, die in den vergangenen Jahren beträchtlich unter Druck geraten sei, das DRM gänzlich abzuschaffen, schreibt Arrington.

“Unter Open Market ist eine Reihe von Richtlinienentscheidungen und Softwareentwicklungen zu verstehen, die einen gemeinsamen Rahmen für die gegenseitige Unterstützung verschiedener Formate und DRM-Modelle vorgeben soll”, erklärt Arrington. Als Beleg für den Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen verweist der Blogger auf eine Präsentation, die Sony-Pictures-CTO Mitch Singer kürzlich vor Industrievertretern gehalten haben soll. Die unterschiedlichen Formate hätten zu einer Zersplitterung des Marktes geführt, mit der Konsequenz, dass User dazu gezwungen würden, ihre Filme stets in ein und demselben Online-Shop zu erwerben. Dies könne für die weitere Entwicklung des digitalen Filmverkaufgeschäfts nicht förderlich sein, ist Arrington überzeugt: “Die Formatunterschiede sind nichts anderes als ein Würgegriff, der der zunehmenden Beliebtheit von digitalen Filmverkäufen im Internet entgegenwirkt.”

Die Unterhaltungsindustrie hat es bisher nicht geschafft, sich auf einen einheitlichen Standard für ein formatübergreifendes DRM-Modell zu einigen. Für den Endverbraucher bedeutet das beispielsweise, dass er legal über Online-Shops erworbene kopiergeschützte Inhalte wie Musik oder Filme oft nicht auf mehreren verschiedenen Rechnern und mobilen Wiedergabegeräten nutzen kann, weil die einzelnen Anbieter verschiedene Kopierschutztechniken anwenden. “Einige Leute glauben, dass sie mit Musik, die in digitales Rechtemanagement eingebettet ist, umgehen können wie mit einer normalen CD. Es sollte aber jedem klar sein, dass dem nicht so ist”, betont Corynne McSherry von der Electronic Frontier Foundation, einer US-NGO, die sich auf das Thema Bürgerrechte im Internet spezialisiert hat.

Ausgehend von der zunehmend wachsenden Bedeutung des digitalen Downloadmarktes scheint sich bezüglich der Verwendung von DRM-Lizenzen für kopiergeschütztes Material aber langsam ein Umdenken in der Entertainment-Branche abzuzeichnen. Bestätigt wird dies etwa durch den Internetkonzern Yahoo, der bereits angekündigt hat, die Verwendung von DRM-Lizenzschlüsseln im Rahmen seines Online-Musik-Dienstes Yahoo Music Ende September aufgeben zu wollen.