Studie: Deutsche IT gerät ins Hintertreffen

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Deutschland verliert in Sachen Attraktivität für die IT-Industrie an Boden. Das ergab eine neue Studie der Economist Intelligence Unit (EIU). Grund dafür sind Schwächen bei Forschung, Entwicklung und Bildung.

Die EIU basiert ihre von der Business Software Alliance (BSA) gesponserten Analyse auf einer Bewertung der Faktoren Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft, IT-Infrastruktur, Rechtssystem, gesamtwirtschaftliches Umfeld, Bildung und das Angebot an qualifizierten Fachkräften sowie die staatliche Unterstützung für die IT-Branche. In der internationalen Rangfolge liegt Deutschland demnach jetzt nur noch auf Platz 19. Die Bedingungen für die IT-Industrie sind europaweit vor allem in Skandinavien, Großbritannien (Platz 3), den Niederlanden (Platz 10) und der Schweiz (Platz 11) günstiger.

Weltweit führt die USA die Liste an, gefolgt von Taiwan. Schwächen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld, der Infrastruktur und bei Innovationen hemmen das Wachstum der Branche in Indien, China und Russland, die auf den Rängen 48 bis 50 liegen.

Die EIU identifizierte sechs Faktoren, die für das Gedeihen der IT-Branche von Bedeutung sind. Länder, die bei diesen Wettbewerbsvorteilen vorne liegen, sind im Allgemeinen Standorte einer hochleistungsfähigen IT-Branche. Diese tragen unmittelbar über 5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der meisten fortschrittlichen Länder bei. Sie sind auch für die Gesamtwirtschaft förderlich, da sie Organisationen und Angestellten effektivere und produktivere Arbeit ermöglichen.

“Politik und Wirtschaft müssen jeden der Faktoren für eine wettbewerbsfähige IT-Branche berücksichtigen”, so Denis McCauley, Director, Global Technology Research der Economist Intelligence Unit. “Kaum ein Land wird einen dynamischen IT Produktionssektor aufbauen können, wenn ein sicheres wirtschaftliches und rechtliches Umfeld fehlt, ein Mangel an Fachkräften besteht, Innovation nicht gefördert wird oder moderne Technologien in der Gesellschaft nicht verbreitet sind.”

Weitere Erkenntnisse der Studie sind:

  • Die Investition in Menschen und Mitarbeiter ist entscheidend für die ansässige IT-Branche. Die Talentsuche wird in den nächsten Jahren zu den größten Herausforderungen von IT-Firmen werden.
  • Wettbewerb im Breitbandmarkt belebt das IT-Geschäft. Ohne schnellen, verlässlichen und sicheren Internetzugang können Technologiefirmen nicht effektiv mit Partnern und der Forschungsgemeinschaft interagieren oder ihre Dienste online anbieten.
  • Der rechtliche Schutz geistigen Eigentums (IPR) und entschlossenes Vorgehen gegen Onlinekriminalität ist unverzichtbar. Die USA, Australien und die westeuropäischen Staaten haben die effektivsten Systeme zum Schutz des Urheberrechts und zum Kampf gegen Onlinekriminalität, aber auch in schwierigen Umfeldern wie China sind schrittweise Verbesserungen sichtbar.