Nokia ist cooler als Mercedes-Benz

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Die Marke Nokia ist auch in diesem Jahr mit Abstand die wertvollste in Europa. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest die Marketingexperten des European Brand Institute, die heute in Wien ihre Rangliste der europäischen Topmarken präsentierten.

Nokia konnte seine Spitzenposition nicht nur festigen, sondern diese noch einmal ausbauen”, erläutert Gerhard Hrebicek, Geschäftsführer des European Brand Institute. Mehr als 38 Milliarden Euro sei der finnische Handybauer als Marke wert. “Das ist ein ganz wichtiges Kriterium, wenn es um die Bewertung eines Unternehmens bei einem geplanten Verkauf geht”, erklärt Paul Schauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der “OmniMedia Werbegesellschaft. Auf Platz zwei folgt die französische Nobelmarke Moët Hennessy – Louis Vuitton (Wert: 35 Milliarden Euro), zu der unter anderem die Champagner-Marke ‘Moët & Chandon’ sowie die Mode-Ketten ‘Louis Vuitton’ und ‘Gucci’ gehören. Vodafone aus Großbritannien, das es auf gut 24 Milliarden Markenwert bringt, belegt den Bronze-Platz.

“Die Top-Marken haben es verstanden, trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ihren Bekanntheitsgrad und damit ihren Wert deutlich zu steigern”, fasst Hrebicek zusammen. Ein Grund dafür sei, dass gerade im Bereich der IT- und Technologiebranche als auch bei den Telekommunikationsunternehmen das Verständnis für die Bedeutung von Markenbildung deutlich angewachsen sei. “Somit muss es nicht wundern, dass die Medien- und Pharmabranche kaum noch Zuwächse beim Markenwert zu verzeichnen hat. Denn dort ist man sich bereits seit Jahrzehnten bewusst, dass man starke Marken bilden und diese entsprechend positionieren muss”, führt Schauer aus.

Insgesamt haben die Forscher 3000 Unternehmen und Unternehmensgruppen in 24 europäischen Ländern und 16 Branchen untersucht. “Nach wie vor die größte Masse an Top-Marken finden wir in Deutschland”, fährt Schauer fort. Insgesamt sieben Branchenführer kommen aus der Bundesrepublik, darunter Mercedes-Benz, Deutsche Post oder Adidas. “Vor einem Jahr lieferten sich Großbritannien und Deutschland noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitzenposition. Heute können wir sagen, Klasse hat sich gegen Masse durchgesetzt”, sagt Hrebicek. Als Grund führen die Experten an, dass sich bei den deutschen Unternehmen das Verständnis für die Bedeutung einer Markenbildung noch einmal verfestigt hat.