“Open Source BI gegen Unterversorgte und Zuvielzahler”

Business IntelligenceData & StorageEnterpriseManagementProjekteSoftwareSoftware-Hersteller

JasperSoft ist einer der wenigen Anbieter, die eine quelloffene Lösung für Business Intelligence (BI) bereit halten. Was das dem Anwender bringt, und warum sich das vergleichsweise kleine Unternehmen zwischen BI-Giganten wie Business Objects oder Cognos trotzdem wohlfühlt, erklärt CEO Brian Gentile im silicon.de-Interview.

silicon.de: Was ist der größte Unterschied zwischen Jaspersoft und einem Anbieter einer proprietären Business-Intelligence-Lösung?

Brian Gentile: Wir bauen grundsätzlich ein anderes Produkt-Set. Wir lösen Probleme, die etablierte Hersteller bislang vernachlässigt oder vergessen haben. Wir haben für uns eine Zielgruppe festgelegt: “Die Unterversorgten und die Zuvielzahler”. Für die Unterversorgten heißt das, dass die traditionellen BI-Tools schlicht nicht geeignet sind, weil sie zu groß, zu umfangreich oder zu teuer sind. Daher haben bestimmte Zielgruppen niemals angefangen, BI-Lösungen zu implementieren. Eine Business Objects-Lösung etwa kommt auf fünf CDs. Ein normaler Mensch kann damit meist nichts anfangen und ein Endnutzer kann diese Tools nicht einfach verwenden. Die Gruppe der Zuvielzahler erklärt sich, glaube ich, selbst. Um beim Beispiel zu bleiben. Eine Suite von Business Objekts kann 100.000 oder gar Millionen kosten. Diese Suiten können vom komplexen Prozessing über Dashboarding, Reporting, Busines Analytics oder Busines Activity Monitoring jedes Problem lösen. Daher müssen diese Anbieter auch so viel Geld für Ihre Lösungen einfordern.

silicon.de: Das machen Sie anders?

Brian Gentile: Was Jaspersoft anbietet, ist eine einfache, leicht anzuwendende und angepasste Lösung, die eine breite Gruppe von Anwendern zufrieden stellt. Daher können viele damit umgehen. Unternehmen können auf der anderen Seite unsere Lösung in großem Umfang einsetzten, weil sie eben sehr günstig zu haben ist. Die Grundlösung ist sogar kostenlos, schließlich ist die ja quelloffen. Viele Unternehmen starten damit, indem sie zu einer Webseite gehen und unser Tool herunterladen.

silicon.de: Das ist sozusagen ihre Werbung?

Brian Gentile: Aus einer Marketing-Perspektive heraus könnte man auch sagen, die Kunden verkaufen sich das Produkt selbst. Sie verbringen Zeit mit unserem Produkt und das passiert jeden Tag. Im Monat haben wir etwa 200.000 Downloads. Insgesamt haben wir bisher 6 Millionen Donwloads.

silicon.de: Gibt es dabei regionale Unterschiede?

Brian Gentile: Über ein Drittel dieser Downloads stammt übrigens aus Europa. Das ist für uns weltweit derzeit die wichtigste Region. Und Deutschland ist innerhalb Europas die Nummer eins bei Downloads. Daher wollen wir auch unsere Präsenz in Europa verstärken.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen