Open Source – das große neue Ding

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Open Source und Linux sind salonfähig geworden. Die beiden größten deutschen IT-Messen Systems und CeBIT rücken die quelloffene Software dieses Jahr sogar ganz in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltung. Auch mangels Alternativen.

Die Deutschen Messe AG, Veranstalter der CeBIT, will in diesem Jahr Open Source Software (OSS) gar als das Hauptthema des weltgrößten IT-Events positionieren. Und damit ist sie nicht alleine. Denn auch die Messe München GmbH, die die Systems auf die Beine stellt, stößt in das selbe Horn: Unter dem Motto “Perspektive Open Source” präsentiert man einen gesonderten Ausstellungsbereich und ein ganz spezielles Konferenzprogramm.

Da stellt sich die Frage: Wieso jetzt? OSS wird seit Jahren als ernst zu nehmende Alternative zu proprietärer Software gehandelt – auch in CIO-Kreisen. Open-Source-Programme sind längst keine technischen Spielereien mehr, sondern werden von vielen Unternehmen und öffentlichen Institutionen inzwischen als Alternative zu herkömmlichen Applikationen eingesetzt.

Dass OSS nun zum großen neuen Ding stilisiert wird, erklärt sich offenkundig durch zwei Faktoren: Zum einen werden die freien Programme immer ausgereifter und damit für den Geschäftseinsatz zunehmend attraktiv. Vor allem in den Bereichen Serverbetriebssysteme, Web- und Mailserver, Datenbanken und Middleware spielen Open-Source-Anwendungen eine immer größere Rolle.

Zum anderen mangelt es an alternativen Hype-Themen: Mit SOA lockt man keinen IT-Manager mehr aus seinem Büro, Virtualisierung ist längst Alltag, und Cloud Computing – alias Software-on-Demand (SoD) beziehungsweise Software-as-a-Service (SaaS) – spart man sich offenbar für’s kommende Jahr auf. Bis dahin hat es vielleicht auch Branchenprimus SAP geschafft, sein laut angekündigtes und dann leise angebotenes ERP-on-Demand-Projekt BusinessByDesign reibungsfrei zum Laufen zu bringen.

Die Hannoveraner wollen dann auch den ganz großen Bogen spannen: Nicht nur quelloffene Applikationen, sondern auch Linux etwa für Embedded-Systeme soll ins Rampenlich gerückt werden. Als aktuelles Beispiel führt die Messe AG das neue Open-Source-Handy G1 von T-Mobile mit Googles Android an.

“Freie und offene Software” gilt auf der CeBIT 2009 erstmals offiziell als eigenständiger Schwerpunkt. In Halle 6 präsentiert die “CeBIT Open Source” vom 3. bis 8. März die neuesten lizenzfreien Software-Entwicklungen. Begleitet wird der Ausstellungsbereich von einem durchgehenden Vortragsprogramm. Sprecher aus der Open-Source-Szene geben einen Überblick über den praktischen Einsatz von Open-Source-Lösungen in Unternehmen und Behörden.
“Die Open-Source-Bewegung ist ein faszinierendes Phänomen und ein wichtiger Teilaspekt der ‘Webciety'”, sagte CeBIT-Chef Dr. Sven-Michael Prüser. Weiter erklärt er: “Ähnlich dem Wikipedia-Prinzip basiert die Open-Source-Bewegung auf der Entwicklungskompetenz des Internets. Die gesamte Welt wird als ein Pool von Talenten begriffen, deren zusammengetragenes Wissen Usern in aller Welt nutzt. Diesen offenen und schöpferischen Gedankenaustausch wird die CeBIT künftig noch stärker fördern.”

Unterstützt wird CeBIT Open Source von der Linux Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich dem Schutz und der Fortentwicklung des gleichnamigen Betriebssystems verschrieben hat. Die Stiftung ist bekanntermaßen zugleich Arbeitgeber des Linux-Erfinders Linus Torvalds.