Banken wollen IT-Leistungen auslagern

Management

Banken und Versicherungen in Deutschland werden in den nächsten drei Jahren zusätzliche IT-Leistungen an Drittanbieter auslagern. Mit einem Potenzial von noch etwa fünf Prozentpunkte des IT-Budgets der Finanzinstitute sind die Steigerungsmöglichkeiten allerdings limitierter als bislang.

Vor allem das Near- und Offshoring wird dabei eine deutlich stärkere Bedeutung bekommen. In den nächsten Jahren kann von einer Steigerung von etwas mehr als 30 Prozent von heute 23 Prozent der IT-Services auf 31 Prozent ausgegangen werden. Dies geht aus einer Befragung der Marktanalysten von NelsonHall im Auftrag von Capgemini, einem Dienstleister für Managementberatung, Technologie und Outsourcing, unter mehr als 50 Finanzdienstleistern in Deutschland hervor. “Vor allem der Kostendruck ist derzeit das Hauptargument für das Auslagern von IT-Tätigkeiten – und der wird im Zuge der derzeitigen Bankenkrise sicher nicht geringer. Allerdings merken die Banken und Versicherungen auch, dass das reine Kostendenken nicht immer zu zufriedenstellenden Services führt. Die richtige Balance aus günstigen Leistungen und gleichzeitiger Innovationsfähigkeit des Dienstleisters dürfte ein künftiges Anforderungsprofil für den Outsourcing-Partner sein”, so Eduard Bugelnig, CEO der Outsourcing Sparte von Capgemini in Zentraleuropa.

Um weiter Kostenvorteile durch Auslagerung realisieren zu können, greifen die Finanzdienstleister noch stärker als bislang auf Near- und Offshoring zurück. Eine Offshore-Steigerung von heute knapp über 13 Prozent der IT-Services auf 18,2 Prozent in drei Jahren wird erwartet, gefolgt vom Nearshore Outsourcing, das von einem Anteil knapp unter zehn Prozent bis 2011 auf 12,8 Prozent steigt. Die Treiber sind hier verständlicherweise die international aufgestellten Banken sowie die Versicherungen. Das Sparkassen und Genossenschaftsbanken-Segment ist signifikant zurückhaltender. “Kunden verlangen eine globale Aufstellung ihrer Dienstleister mit entsprechenden Delivery-Einheiten. Noch wichtiger aber ist eine lokale Präsenz nahe beim Kunden”, zeigt sich Bugelnig überzeugt.

Neben den Outsourcing-Deals der dritten und teilweise schon vierten Generation, bei denen die Volumen in Summe aufgrund von realisierten Effizienzgewinnen schrumpfen, bleibt auch das zusätzliche Potenzial noch interessant. Doch es ist nach Aussage der befragten IT-Verantwortlichen zum derzeitigen Stand nach oben begrenzt. Zwei Drittel der deutschen Finanzdienstleister haben bereits 60 Prozent ihres gesamten IT-Budgets in Outsourcing-Projekte investiert; bei einem Fünftel der Unternehmen entfallen durchschnittlich sogar 80 Prozent aller Ausgaben für IT-Services auf externe Dienstleister.