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Per Mail wurden die Mitarbeiter des Walldorfer Software-Herstellers SAP über ein neues Sparprogramm informiert. Darin werden die Mitarbeiter zum freiwilligen Urlaubsverzicht aufgerufen.

Einer rückläufigen Nachfrage nach Software aus Deutschland wollen die beiden SAP-Vorstände Leo Apotheker und Henning Kagermann nun mit einem neu aufgelegten Sparprogramm beikommen. Dienstreisen und Neuanschaffungen sollen künftig genauer geprüft werden, schreiben die beiden in einer Mail an ihre Mitarbeiter. Auch im Management will man von nun an etwas kürzer treten. Künftig werden Vorstände und andere leitende Kräfte in der Economy-Klasse fliegen wie die restlichen Mitarbeiter auch.

Die SAP-Vorstände hätten bereits jeweils zehn Tage ihres Urlaubsanspruchs ‘gespendet’, heißt es in dem Schreiben, in dem die Mitarbeiter gleichzeitig aufgefordert werden, diesem Beispiel zu folgen. Dies sei jedoch eine ‘freiwillige’ Möglichkeit, wird betont. Es bestehe keinesfalls Zwang, auf Urlaubstage zu verzichten. Die Doppelspitze Kagermann-Apotheker wolle sich so gegen eine Situation wappnen, in der “einschneidendere Maßnahmen” beschlossen werden müssten. Seit Wochenbeginn hat SAP zudem einen Einstellungsstopp angeordnet.

Damit trifft die Finanzkrise nun auch auf das deutsche Vorzeigeunternehmen und Europas größten Software-Hersteller. Denn der Grund für das eigentlich bestens aufgestellte Unternehmen ist ein unerwarteter Auftragsschwund. Der hängt nicht etwa damit zusammen, dass SAP schlechte Produkte ausliefere, sondern damit, dass die Anwenderunternehmen von den Banken nur noch sehr schwer Kredite bekommen und somit keine Mittel mehr für Investitionen zur Verfügung haben.

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3 Kommentare zu Kagermann will ‘Urlaubsspende’ von Mitarbeitern

  • 9.10.2008 um 18:37 von R N

    Gute Ausrede ?
    Die Lokalpostille "Rhein-Neckar-Zeitung" kommentierte den Fall SAP im Wirtschaftsteil diese Woche unter der Überschrift "Gute Ausrede". In der Tat scheinen Probleme deutscher Firmen, allen voran die der Vorzeige-Softwareschmiede aus Walldorf, ausschließlich auf die Finanzkrise zurückzugehen. Auffällig ist hierbei, dass die SAP sich in vergangenen Krisen, als weniger anfällig gezeigt hatte als Firmen aus anderen Branchen. Welche Rolle mag es spielen, dass die angekündigte Mittelstandssoftware 12 – 18 Monate verzögert ist, oder dass in den USA für Anfang 2009 eine Millardenklage durch Erzfeind Oracle ansteht ? Oder welche Rolle mag die kurzfristige, einseitige Erhöhung der Wartunggebühren Mitte des Jahres spielen ? Sicher ist dies auch eine schöne Gelegenheit für manchen Kunden der SAP ihren
    Platz zu zeigen. Klar ist, dass die Finanzkrise auch eine Vertrauenskrise ist, in der es auch Überraschungen gibt. Aber: Da der CFO der SAP vor wenigen Wochen die Ziele für das Q3/08 bekräftigt hatte, muten solche Maßnahmen befremdlich an. Es sein denn, in Walldorf weiß man mehr. Vertrauen wird so allerdings nicht hergestellt. Hektische Ruderbewegungen zeugen weder von umsichtiger Führung noch von Führungsstärke.

  • 10.10.2008 um 09:29 von W. S.

    Urlaubsverzicht bei Auftragsrückgang?
    Da muss man wahrscheinlich Betriebswirtschaft studiert haben, um das zu verstehen.

    Was machen die Mitarbeiter dann in der Firma? Lager fegen, damit dadurch Reinigungspersonal entlassen werden kann?

    Opel zwingt seine Mitarbeiter jetzt Überstunden abzubauen. Die Begründung dafür ist zwar fadenscheinig, hat aber wenigstens einen Hauch von Logik.

  • 15.10.2008 um 02:52 von Dan

    Antwort
    to W.S.

    Die Erklärung ist ganz einfach:
    Grund für den Urlaubsverzicht sind die Reduzierung der dafür fälligen Rückstellungen. Es gibt Mitarbeiter mit 3-stelligen Urlaubstagen. Diese sollen die Urlaubstage aubbauen und idealerweise natürlich “spenden”…

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