René Obermann erklärt Datenschutz zur Chefsache

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Als Konsequenz aus dem Skandal um gestohlene Kundendaten wird die Deutsche Telekom einen Vorstandsposten für Datenschutz einrichten. “Durch das neue Vorstandsressort stellen wir sicher, dass die notwendigen Maßnahmen zum Datenschutz zentral abgestimmt und konzernweit umgesetzt werden”, sagte Vorstandschef René Obermann.

Dieser Vorstand habe ein Vetorecht bei allen Geschäftsentscheidungen, die den Datenschutz beträfen, erklärte Obermann. Die Zahl der Vorstände steigt damit auf sieben. Der Telekom-Chef steht nach den Datenpannen der vergangenen Monate unter Zugzwang. Das Thema entwickle sich aus seiner Sicht mittlerweile “geschäftskritisch”, hieß es aus Konzernkreisen.

Nun kündigte Obermann außerdem ein Maßnahmenpaket an, mit dem der Datenschutz bei der Deutschen Telekom verbessert werden soll. “Im Wettlauf mit Datenräubern wollen wir immer mindestens einen Schritt voraus sein”, so das Ziel des Managers. Dabei soll helfen, Fälle von Datenmissbrauch sofort im Internet zu veröffentlichen.

Außerdem soll es einen jährlichen Datenschutzbericht geben und ein externer Datenschutzrat mit führenden Experten geschaffen werden, der dem Unternehmen beratend zur Seite stehen soll. Für Mitarbeiter und Vertriebspartner werden außerdem die Zugriffsmöglichkeiten verringert. Dafür werde ein spezielles PIN/TAN-Verfahren eingeführt, wie man es vom Online-Banking kennt.

Benutzerkennungen sollen außerdem nicht mehr unbegrenzt gültig sein, sondern nach einer bestimmten Zeitspanne ablaufen. Zum Schutz besonders gefährdeter Personen solle außerdem ein Konzept zusammen mit dem Bundeskriminalamt und der Polizei erarbeitet werden.

Am Wochenende hatte die Deutsche Telekom einräumen müssen, dass bereits vor zwei Jahren Daten von 17 Millionen Handykunden gestohlen worden waren. Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX kein Einzelfall. Allein in diesem Jahr habe die Telekom drei Anzeigen wegen Datendiebstahls gestellt. Neben einem bereits bekannten Fall in Bremerhaven seien die Staatsanwaltschaften in Berlin und München eingeschaltet worden. In München sei ein Datenträger mit rund 70.000 Kundendaten aufgetaucht.