Internetpolizei gefordert

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Cyber-Kriminelle zu überführen ist besonders schwer. Denn meist agieren sie über Landesgrenzen hinweg. Mikko Hyppönen, Chief Research Officer von F-Secure, fordert daher jetzt eine eigenständige Internetpolizei, die sich speziell mit Straftaten im WWW beschäftigen soll.

Aktuelle Beispiele aus dem ‘F-Secure Datensicherheitsreport’ für das dritte Quartal 2008 untermauern die derzeitigen Hürden im Umgang mit Internetkriminellen: So hat der US-amerikanische Spammer Jeremy Jaynes erst jüngst gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in Virginia Berufung eingelegt. Er begründete dies mit der Aussage, dass das neue staatliche Anti-Spam-Gesetz dem Recht auf eine freie und anonyme Meinungsäußerung widerspreche.

In Neuseeland wurde ein minderjähriger Urheber von Bank-Trojanern freigesprochen, obwohl er eindeutig als schuldig angesehen wurde. Er hatte einer kriminellen Vereinigung geholfen, mehrere Millionen Dollar zu ergaunern. Die Staatsanwaltschaft Washington und das Unternehmen Microsoft haben zudem bekannt gegeben, dass sie Klage gegen Scareware-Verursacher einreichen werden. Hierbei handelt es sich um fingierte Meldungen, die Internetnutzer auffordern, nutzlose Sicherheitsprodukte zu kaufen.

Gerichte auf der ganzen Welt scheitern immer wieder, die wachsende Welle der Internetkriminalität einzudämmen. “Das Internet hat keine Grenzen. Online-Kriminalität findet also international statt”, kommentiert Mikko Hyppönen. Derzeit verfügten lokale Polizeibehörden aber oft nur über begrenzte Ressourcen zur Untersuchung dieser Fälle. Über die Gründung einer Online-Version der Interpol nachzudenken, mache demnach Sinn. “Diese ‘Internetpol’ würde sich dann mit dem Entdecken und Untersuchen der Spitze dieser ‘kriminellen Online-Nahrungskette’ beschäftigen.”

Die Beispiele stammen aus dem aktuellen F-Secure Datensicherheitsbericht.

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