Microsofts Wende: Azure

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Der Hersteller hat auf der ‘Professional Developers Conference’ (PDC) in Los Angeles ‘Windows Azure’ vorgestellt. “Das ist ein Wendepunkt für Microsoft”, sagte Ray Ozzie, Microsoft Software-Chefarchitekt. In dieser Funktion ist Ozzie der Nachfolger von Bill Gates.

Ozzie hat Recht. Denn bisher verdient Microsoft vor allem an Windows und der Büro-Software Office. Beides sind Produkte, die größtenteils an den Rechner gebunden sind. Büro-Software ist jedoch als Open-Source-Version und via Software as a Service (SaaS) erhältlich. Zudem fungiert das Internet als Betriebssystem – das auch auf Linux-Servern laufen kann und keine Windows-Server braucht.

Microsoft hat die Gefahr erkannt, seine beiden größten Einnahmequellen zu verlieren und versucht, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Azure – vormals ‘Windows Cloud’ genannt – ist eine Antwort Redmonds auf die Bedrohung durch SaaS und Open Source.

Mit Azure verlässt Windows die PCs und wandert in Richtung Web. Genauer gesagt, in die Web-Datenzentren – allerdings nur in Rechenzentren, die von Microsoft betrieben werden. Nach Angaben von Ozzie läuft Azure in den Rechenzentren als erste Schicht über der Hardware. Zu den Aufgaben des Betriebssystems gehören das Hosting, die Administration, die Bereitstellung von Storage und anderer Low-Level-Services.

Die weiter gefasste ‘Azure Services Platform’ enthält Windows Azure, SQL Services, .NET Services, Live Services, SharePoint Services und Dynamics CRM Services. Die Teilnehmer an der PDC erhielten einen limitierten ‘Community Technology Preview’ (CTP) der Plattform zum Testen.

Redmond hat angekündigt, neue Datenzentren zu bauen und bestehende Rechenzentren zu erweitern. Bereits 2007 eröffnete Microsoft ein großes Datenzentrum in Quincy (US-Bundesstaat Washington). Bis Ende 2008 sollen weitere Zentren in San Antonio, Chicago und Dublin folgen.

Microsoft wird die Windows-Azure-Datenzentren nutzen, um Cloud-Computing-Dienste anzubieten. Cloud Computing gilt als einer der wichtigsten IT-Trends. Dabei werden sehr viele Rechner über das Web zu einem gigantischen Datenspeicher zusammengeschlossen, auf den Anwender dann weltweit zugreifen können.