Siemens gibt auf: FSC ade!

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Siemens konzentriert sich weiter auf die “Zukunftsbereiche” Industrie, Energie und Medizintechnik. Nachdem es bereits keine Siemens-Handys mehr gibt, werden auch Siemens-PCs und Siemens-Server bald Geschichte sein.

Was bislang ein Gerücht war, wird immer mehr zur Gewissheit. Siemens wird seinen 50-Prozent-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers – Europas größtem Computerhersteller – an Fujitsu verkaufen. Darauf haben sich Fujitsu und Siemens nach monatelangen Verhandlungen offenbar geeinigt.

“Die Gespräche schreiten voran”, sagte ein Fujitsu-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Eine offizielle Bestätigung gibt es im Moment zwar noch nicht. Seriöse Medien berichten jedoch, dass der Deal in den nächsten Tagen verkündet wird.

Der Joint-Venture-Vertrag läuft im September 2009 aus und musste ein Jahr vorher gekündigt werden, um nicht automatisch verlängert zu werden. Der Preis galt lange als Knackpunkt. Wie japanische Medien melden, haben Fujitsu und Siemens einen Preis von 500 Millionen Euro vereinbart. Andere Medien wollen von einem Betrag zwischen 350 und 400 Millionen Euro erfahren haben.

Die treibende Kraft hinter dem Ende von FSC war Siemens-Chef Peter Löscher, der mit den FSC-Renditen nicht zufrieden war. Mit dem Verkauf versucht Siemens einen weiteren Befreiungsschlag. Erst im Sommer hatte der Konzern die letzten Reste der Kommunikationssparte losgeschlagen. Jetzt gilt die IT-Sparte SIS als nächster Verkaufskandidat.

Fujitsu hätte das Joint Venture gern weitergeführt, die Übernahme der Siemens-Anteile galt in Tokio nur als die zweitbeste Lösung. Der Zukauf passt jedoch in die Strategie der Japaner, vor allem den Auslandsumsatz zu steigern. In Japan hält das Unternehmen bei den PCs einen Marktanteil von 20 Prozent und ist damit Zweiter hinter NEC und vor Dell. Die Expansion in Europa ist derzeit umso wichtiger, da das US-Geschäft aufgrund der Finanzkrise schwieriger wird.

Darüber, was Fujitsu mit FSC nach der Komplettübernahme im September 2009 macht, gibt es derzeit nur Spekulationen. So könnte Fujitsu das PC-Geschäft an den chinesischen Hersteller Lenovo weiterzureichen, der bereits das PC-Geschäft von IBM übernommen hat. Fujitsu könnte sich so auf IT-Dienstleistungen und die Herstellung von Mobiltelefonen konzentrieren.

Am Geschäft mit den Firmen-Großrechnern dürfte Fujitsu jedoch festhalten. Den Japanern gehe es hier vor allem um die über Jahrzehnte gewachsenen Kundenbeziehungen, hieß es aus der Computerbranche.

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