Bestätigt: FSC wird japanisch

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Fujitsu übernimmt die Siemens-Anteile aus dem Joint-Venture-Unternehmen Fujitsu Siemens Computers. Damit steigt der Mischkonzern Siemens aus dem Computerbau aus. Mit dem Verkauf geht auch FSC-Chef Bernd Bischoff.

Für die Münchner Siemens geht die Konzentration aufs Kerngeschäft damit weiter. “Wir freuen uns, dass unser Joint-Venture-Partner Fujitsu unsere Beteiligung an Fujitsu Siemens Computers übernimmt”, sagte Finanzchef Joe Kaeser am Dienstag in München. Der Kaufpreis für die 50 Prozent liegt bei rund 450 Millionen Euro, berichtet die dpa. Der Abschluss des Geschäfts ist zum 1. April 2009 geplant. An der Börse notierte die Siemens-Aktie kurz nach Eröffnung mit einem leichten Plus von 0,19 Prozent bei 47,79 Euro. Der Dax lag dagegen mit 0,5 Prozent leicht im Minus.

Damit sind die Spekulationen nun endgültig wahr geworden. Seit Monaten hatte es Gerüchte um einen Ausstieg von Siemens gegeben. Der aktuelle Siemens-Chef Peter Löscher hatte sich bereits kurz nach Amtsantritt unzufrieden über die Computerschmiede geäußert. Immerhin war bei FSC die Integration der bayrischen und der japanischen Firmenkulturen – nach Jahren voller Reibungspunkte und Konflikte – endlich gelungen. Nun müssen sich die Mitarbeiter wieder umgewöhnen. Die beiden Unternehmen hatten 1999 ihre Computeraktivitäten in Europa und den angrenzenden Regionen zusammengelegt.

Mit dem Verkauf geht auch Fujitsu-Siemens-Chef Bernd Bischoff. Sein Verhältnis zu Konzernchef Löscher gilt als zerrüttet. Der bisherige Finanzchef Kai Flore übernimmt die Führung. Das Unternehmen FSC beschäftigt rund 10.000 Menschen weltweit. Das Stammwerk liegt in Augsburg, das zweite deutsche Werk in Sömmerda. Dort werden vor allem Desktop-Rechner und Großrechner produziert. Die zugehörigen Notebooks und Monitore des Herstellers werden in China gefertigt.

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