Web 2.0 noch längst nicht ausgereizt

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Web-2.0-Angebote und Social-Networking-Plattformen wie Facebook, MySpace und Co haben ihr Wachstumspotenzial noch nicht ausgereizt. Sind die meisten Portale derzeit noch auf einige wenige Schwerpunkte wie Musik, Fotos, Videos oder das eigene soziale Netzwerk fokussiert, stellt Branchenexperten zufolge die Verknüpfung verschiedener New-Media-Dienste den nächsten Schritt dar, um ein noch breiteres Publikum anlocken zu können.

Schon ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres will ein Web-Start-up des Musikspezialisten LLC als Paradebeispiel vorangehen, wie das Wall Street Journal berichtet. In einer animierten virtuellen Welt sollen verschiedene Ansätze des Web-2.0-Zeitalters miteinander in Zusammenspiel gebracht werden.

“Derzeit erweisen sich jene Konzepte am erfolgreichsten, die sich auf einen Nischenbereich oder eine gewisse Sparte fokussieren. Mittelfristig wird der Trend im Web 2.0 zwar ohnehin dazu führen, sich als Anbieter breiter aufzustellen. Sofort mit dem gesamten Paket zu beginnen, ist aber äußerst schwierig umzusetzen und bedarf einer enormen Anschubfinanzierung”, meint Axel Schönau, Geschäftsführer des Spezialisten für digitales Marketing TradeDoubler. Das LLC-Start-up will in einer virtuellen Welt sowohl TV-Shows und Musik als auch Videospiele mit Social Networking vereinen und einen Zusammenhang zwischen den Bereichen herstellen. Der Hauptfokus des Portals soll dabei auf der Kombination von Musik mit dem publikumsstarken Bereich Videospiele liegen.

Anhand eines Video-Uploads werde es musikinteressierten Nutzern, Start-up-Künstlern und Bands in der virtuellen Welt künftig möglich sein, nach dem Vorbild der US-TV-Casting-Show American Idol gegeneinander um einen Vertrag mit einer Plattenfirma über eine Drei-Song-Demoproduktion anzutreten. Gleichzeitig werden wiederum Videospiele angeboten, anhand derer die Spieler den eigenen Status auf der Plattform erhöhen sollen, um sich etwa von einem Nachwuchstalent zu einem einflussreichen Industrie-Mogul entwickeln zu können. Darüber hinaus sind virtuelle Konzerte und Events mit bereits etablierten Größen der Industrie in Zusammenspiel mit Social Networking angedacht. Besonders jungen Web-Nutzern mit Interesse am Musik-Business soll dadurch Einblick in die Industrie gewährt werden. Die Simulationen und Szenarien könnten nach dem Motto “Learning by Doing” zur Erfahrungssammlung in den verschiedenen Bereichen beitragen.

“Das neue Konzept will eine sehr breit angelegte Zielgruppe ansprechen, was sich im Web 2.0 jedoch als äußerst schwierig darstellt. Ich halte es für sinnvoller, mit einzelnen Bereichen zu beginnen, um schließlich darauf aufbauen und das Angebot erweitern zu können”, erklärt Schönau. Der derzeit spannendste Trend zeige sich im Bereich Social Media. “Das Thema hat in relativ kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit erregt”, so der Experte. Allerdings stelle sich angesichts des großen Angebots mittlerweile die Frage der Finanzierung: Social-Media-Plattformen rein werbefinanziert betreiben zu wollen, werde zunehmend schwierig. Für ein Start-up nach dem Format von LLC könnte dies jedoch besonders in der Anfangsphase zu existenziellen Problemen führen.