TK-Industrie mobilisiert die Bürgermeister für Breitband

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Die Bürgermeister und Landräte in Deutschland werden in den nächsten Tagen Post zum Thema Breitbandversorgung bekommen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der VATM starten gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium eine bundesweite Datenabfrage zur Schließung der so genannten weißen Flecken – der Lücken in der Breitbandversorgung.

“Mit der daraus entstehenden Datenbank werden die vielen mittelständischen äußerst innovativen Unternehmen erstmalig in die Lage versetzt, spezifische Lösungen für kleine Ortsteile und Gemeinden anzubieten, die bislang keinen Internetanschluss hatten – und diese auch ohne den bisherigen großen Kosten- und Zeitaufwand umzusetzen”, sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des TK-Industrieverbandes VATM gegenüber dem TK-Magazin Portel.

Grützner weiter: “Wir appellieren daher an die politisch Verantwortlichen in Kommunen und Landkreisen, diese wichtigsten wirtschaftlichen, topographischen und infrastrukturrelevanten Rahmendaten schnellstmöglich zu liefern – im Interesse des Standortes und der Bürger.” Die zusammengetragenen Informationen sollen im Laufe des weiteren Verfahrens um Geodaten ergänzt werden. Zudem soll eine Task Force die Bürgermeister nach Erstellung der Datenbank bei der Auswahl, Umsetzung und gegebenenfalls finanziellen Förderung der Projekte unterstützen.

Die Pilotbefragung, die im Mai in Rheinland-Pfalz gestartet wurde, ist bei den un- und unterversorgten Städten und Gemeinden auf eine sehr positive Resonanz gestoßen, hieß es weiter. Innerhalb kurzer Zeit haben sich rund Dreiviertel der betroffenen Kommunen zurückgemeldet. Die Daten aus Rheinland-Pfalz sind auf dem Breitbandportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie der Website des VATM abrufbar. Der VATM geht davon aus, dass innerhalb eines Jahres nach Implementierung der Datenbank kostengünstige Lösungen auch für die weißen Flecken gefunden werden können, die weder über DSL-Ausbau, Glasfaser oder UMTS erschlossen werden können.

“Auch den Bürgermeistern steht dann mit der Datenbank zum ersten Mal eine Auswertung zur Verfügung, mit der sie kompetent und zielgerichtet mit den verschiedenen Anbietern oder Beratungsunternehmen verhandeln können”, so Grützner. Entscheidend sei, dass die effizienteste Technologie zum Einsatz komme und mögliche Fördergelder nicht dafür verschwendet würden, DSL-Netze genau dort aufzubauen, wo bisher ein solcher Ausbau wegen Unwirtschaftlichkeit von der Deutschen Telekom strikt abgelehnt wurde.