Videospieler sind Umweltsünder

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Sowohl die individuellen Videospieler als auch die Konsolenhersteller könnten einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs leisten. Denn gerade im Gaming-Sektor wird oft viel zu viel Energie dadurch verschwendet, dass die Nutzer ihre entsprechenden Geräte nicht abschalten, wenn sie gerade nicht damit spielen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung der US-amerikanischen Umweltschutzorganisation National Resources Defense Council (NRDC) und der Consulting-Firma Ecos. Demnach seien neben den Spielern selbst vor allem die Konsolenhersteller gefordert, die für sinnvoll einsetzbare Features wie Abschaltautomatiken in ihren Geräten zu sorgen hätten.

“Heutzutage verfügen bereits mehr als 40 Prozent der US-Haushalte zumindest über eine Videospielkonsole. Wenn man sich diese Tatsache vor Augen hält, wird einem schnell klar, welchen enormen Energieaufwand das Gaming fordert”, heißt es in dem NRDC-Bericht. Die Untersuchung habe gezeigt, dass die von Videospielkonsolen in den USA verbrauchte Energiemenge rund 16 Millionen Kilowattstunden pro Jahr betrage. Dies sei in etwa mit dem jährlichen Energieverbrauch der kalifornischen 1.287.000-Einwohner-Stadt San Diego vergleichbar. “Mithilfe von effizienteren Geräten und der besseren Verfügbarkeit von bereits existierenden Energiespar-Funktionen könnten Konsumenten mehr als eine Millarde Dollar pro Jahr sparen und das jährliche Maß der Luftverschmutzung etwa um das Ausmaß der gesamten Autoabgas-Emmissionen der Stadt San Jose reduzieren”, kritisiert das NRDC.

Besonders große Einsparungserfolge ließen sich mit Features wie Abschaltautomatiken erzielen, die zum Großteil bereits in Videospielkonsolen integriert sind. “Bei der Xbox 360 steht dieses Feature bereits seit Beginn zur Verfügung. So hat der Nutzer die Möglichkeit, mit einem speziellen Timer festzulegen, dass die Konsole sich nach einer bestimmten Zeit selbst ausschaltet”, erklärt Xbox-Manager Thomas Kritsch auf Anfrage von pressetext. Eine weitere Energiesparfunktion des Microsoft-Geräts sei zudem der sogenannte ‘Background-Download’. “Xbox-360-Nutzer können Online-Inhalte mithilfe eines speziellen Features im Hintergrund herunterladen lassen. Um Energie zu sparen, bleiben dann während des Download-Vorganges nur jene Komponenten der Konsole aktiv, die hierfür unbedingt erforderlich sind”, erläutert Kritsch. Microsoft versuche aber auch die technischen Bauteile seines Geräts laufend auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, um so den Energieverbrauch seiner Videospielkonsole generell senken zu können.

Laut dem NRDC-Bericht liegt die Microsoft-Konsole an ihrem Energieverbrauch gemessen im Mittelfeld der Videospielkonkurrenz. Rund 119 Watt verbraucht die Xbox 360 im Vollbetrieb. “Das ist mehr als so mancher Desktop-PC”, merkt die NRDC an. Spitzenreiter ist die Nintendo Wii, die mit 19 Watt am wenigsten Energie im aktiven Modus verbraucht. Die Playstation 3 von Sony ist im Vergleich dazu ein echter “Energiefresser” und benötigt im Spielbetrieb 150 Watt.