Mittelstand drosselt Investitionsbereitschaft – zumindest ein bisschen

Management

Laut IT-Mittelstandsindex von Fujitsu Siemens Computers und Techconsult habe die Finanzkrise nun auch den deutschen Mittelstand erreicht. In einigen Bereichen sei bereits ein leichter Umsatzeinbruch und ein Rückgang der IT-Budgets zu spüren. Die Mehrheit der befragten Unternehmen jedoch meldet noch steigende Umsätze.

Die Finanzkrise zeigte im Oktober erste Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Organisationen des Mittelstands. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle IT-Mittelstandsindex, den Fujitsu Siemens Computers und das Marktforschungsunternehmen Techconsult zur wirtschaftlichen Lage und Perspektive bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen jeden Monat veröffentlichen. Laut der Umfrage bei Non-Profit-Organisationen und Unternehmen aus Industrie, Handel sowie dem Versorgungs-, Finanz- und Dienstleistungssektor verschlechterten sich gegenüber dem Vormonat sowohl die ökonomische Entwicklung als auch die Ausgaben und Budgetplanung für Informations- und Telekommunikationstechnologie.

So sanken der Index der realisierten Umsätze im Oktober 2008 um drei auf 108 Zählerpunkte und der entsprechende Indikator für die zu erwartenden Einnahmen in den kommenden drei Monaten um 17 auf 103 Punkte. Stärker noch als der Monatsvergleich illustriert der Jahresvergleich die Abschwächung. Der Index für die realisierten Umsätze ging gegenüber Oktober 2007 um zehn, die ökonomischen Perspektiven um 19 Zähler zurück. Insgesamt betrachtet, können sich Unternehmen mit Umsatzzuwachs, gestiegenen IT-Ausgaben und optimistischen Investitionserwartungen nur noch knapp behaupten.

Verarbeitendes Gewerbe mit größten Einbrüchen Die negative wirtschaftliche Entwicklung hat vor allem die Industrie getroffen. Als einzige Branche musste das verarbeitende Gewerbe eine überwiegend negative Umsatzentwicklung hinnehmen. Auch für die kommenden drei Monate blickt die Industrie pessimistisch in die Zukunft. Eher positiv gestimmt ist der Handel, dessen Optimismus allerdings trotz des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts unter dem Durchschnitt bleibt. Überdurchschnittlich zuversichtlich sind Dienstleister, die Finanzbranche und besonders die Versorgungsunternehmen, die vom kommenden Winterwetter und damit steigendem Energieverbrauch profitieren werden.

Auch wenn die Ausgaben sowie die Budgetplanungen im IT/TK-Markt insgesamt immer noch positiv sind, ging die Investitionsbereitschaft sowohl gegenüber dem Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Index der getätigten Ausgaben verlor gegenüber dem Vormonat fünf Zähler und beträgt nun 105 Punkte. Der entsprechende Erwartungsindex fiel von 121 auf 108 Zähler. Im Jahresvergleich verloren die jeweiligen Indikatoren zehn (Ausgaben) beziehungsweise vier Zähler (Investitionsplanungen).