‘Nackt-Scanner’ bereits in der “Praxisvorbereitung”?

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Über die ‘staatliche Peepshow’ entrüstet sich derzeit die Opposition in Deutschland. So sollen in den kommenden Wochen doch die umstrittenen Nacktscanner an Flughäfen getestet werden.

Mit diesen Körperscannern sollen Passagiere auf Waffen untersucht werden können, ohne dass dabei tatsächlich ein Nacktbild des Körpers entsteht. Am Wochenende erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums, dass in den nächsten Wochen die umstrittene Technologie getestet werden soll.

Es handle sich bei den Tests, die ab Dezember laufen sollen, um “Laborversuche”. Mit dieser Durchleuchtung soll die Sicherheit bei Flügen erhöht werden. Der Scanner könne beispielsweise Keramikmesser oder Sprengstoffe am Körper sichtbar machen. Eine entsprechende Direktive hat die EU nach heftiger Kritik inzwischen wieder zurückgezogen.

Die Union wolle “den gläsernen Bürger, den der Staat vollständig überwachen und durchleuchten kann”, kritisierte die Grünen-Chefin Claudia Roth. Diese Form der Kontrolle verletze Persönlichkeitsrechte und verstoße gegen die Menschenwürde. Eine “staatliche Peepshow” sieht die Linke-Politikerin Petra Pau in dieser Kontrollform.

“Die Bundesregierung hat die Öffentlichkeit getäuscht”, so die FDP-Innenpolitikerin Gisela Piltz. Vor wenigen Wochen habe die Regierung erklärt, solche Scanner nicht zu planen, nun gebe es weitere Tests. Diese seien aber keine Grundlagenforschung, sondern dienten bereits der “Praxisvorbereitung”, erklärt Piltz.

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