Infineon: “Katastrophale Zahlen”

Der Chiphersteller blickt pessimistisch in die Zukunft. In Folge der Finanzkrise und der Abschwächung der Konjunktur gebe es “beträchtliche Auswirkungen” auf die Nachfrage, teilte Infineon in München mit.

Das Problem von Infineon ist der enorme Preisverfall seiner Produkte. Dazu kommen die Kosten für den Stellenabbau sowie die Speicherchip-Tochter Qimonda.

Infineon hatte Qimonda im August 2006 an die New Yorker Börse gebracht und zuletzt bekräftigt, Verkaufsverhandlungen zu führen. Qimonda schreibt in Folge des Preisverfalls bei den Speicherchips seit mehreren Quartalen deutliche Verluste. Infineon hält an Qimonda noch 77,5 Prozent der Anteile.

Das Infineon-Management schätzt die Lage bei Qimonda offenbar so schlecht ein, dass es Qimonda-Aktien nicht einmal mehr verschenken möchte. Dies war geplant, um die Infineon-Bilanz vom Qimonda-Ballast zu säubern – die Speicherchip-Tochter wird bei Infineon als nicht-fortgeführtes Geschäft ausgewiesen. Selbst bei einem Verkauf von Qimonda muss Infineon noch einen Verlust hinnehmen – da dann Währungseffekte von Qimonda realisiert werden, die bisher im Infineon-Eigenkapital verbucht sind.

Ursprünglich war geplant, den Anteil an Qimonda bis zur Infineon-Hauptversammlung im Frühjahr 2009 auf unter 50 Prozent zu senken. Von diesem Plan hat Infineon jetzt Abstand genommen. “Angesichts des aktuellen Kursniveaus der Qimonda-Aktie ist Infineon der Ansicht, dass die Zuteilung der Qimonda-Aktien an Infineon-Aktionäre in Form einer Sachdividende keine sinnvolle Maßnahme mehr ist”, teilte der Hersteller mit.

Qimonda verhandelt nach eigenen Angaben derzeit mit möglichen Partnern, dem Bund sowie dem Land Sachsen, um einen Ausweg aus der Misere zu finden. Gelingt dies nicht, droht innerhalb von vier Monaten die Insolvenz.