SAP: Rückkehr zur Quartalsprognose?

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Der Hersteller könnte künftig wieder Quartalsprognosen veröffentlichen. Das hat SAP-CEO Henning Kagermann gegenüber dem Handelsblatt angedeutet.

SAP werde seinen Ausblick Anfang 2009 bekannt geben, sagte Kagermann. Vorher sei dies nicht möglich, da das vierte Quartal das wichtigste für das Unternehmen sei. Zudem stelle sich die Frage, ob die Prognose in der gleichen Form wie bisher erfolgen könne. Das könne auch eine Rückkehr zur Quartalsprognose bedeuten. “Das ist eine Möglichkeit. Es ist aber noch zu früh, darüber zu reden.”

Kagermann ging zudem auf die Finanzkrise ein. Von anderen Krisen unterscheide sie sich vor allem durch den Überraschungseffekt. “Ich bin mir nicht sicher, ob die Welt danach wieder so aussehen wird wie vorher.” Künftig müsse man die Prognosen ändern, um Krisen besser vorhersagen zu können.

Gründe für die Finanzkrise seien unter anderem die Vernetzung und die Globalisierung. “Ich bin felsenfest der Meinung, dass wir bei komplexen Systemen mehr Instabilitäten haben. Insofern sorgt Vernetzung für Instabilität. Die Krisen werden häufiger, sie werden unvorhersehbarer und sie werden kräftiger werden.”

Das Unternehmen hatte auf die Krise unter anderem reagiert, indem es die Mitarbeiter zu einem freiwilligen Urlaubsverzicht aufforderte. Damit habe man nicht überreagiert, so Kagermann. “Wir haben gezeigt, dass die Firma trotz ihrer Größe sehr agil ist. Die Mitarbeiter verlangen zu Recht Offenheit, wir würden also jederzeit wieder Klartext reden. Die Kommunikation hatten wir uns auch anders vorgestellt. Wir hätten unsere Sparvorschläge gerne erst intern besprochen. Aber das lag nicht in unserer Macht.”

Zu BusinessByDesign – dem neuen ERP-as-a-Service-Angebot für Mittelständler – meinte Kagermann: “Das würde jetzt wahrscheinlich gut laufen, weil es so günstig ist. Leider ist es für uns in der Bereitstellung noch zu teuer.” SAP habe für BusinessByDesign in den Jahren 2008 und 2009 keinen großen Umsatz eingeplant. “Wir können es nicht vertreten, mit dem Produkt ins Volumen zu gehen, solange die Kostenseite nicht optimiert ist, vor allem nicht gegenüber den Aktionären.”